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Ungarnaustausch am Gymnasium Sulingen

Der Gedanke eines Schüleraustausches mit einer ungarischen Schule ging auf einen ersten Kontakt zwischen den beiden Schulen im Jahre 2001 anlässlich eines von der EU geförderten Comeniusprojekts zurück. Koordinatorin Hannelore Dietze nutzte diesen Kontakt dann im Jahre 2006, als der 1. Ungarnaustausch zusammen mit Jens Schaper, dem Organisator der folgenden Austausche, aus der Taufe gehoben wurde. Ungarisch ist keine indoeuropäische Sprache, trotzdem gab und gibt es Kommunikationsprobleme nur in geringem Maße; Deutschstämmigkeit in der Verwandtschaft und die z. T. beachtlichen Sprachkenntnisse der Schüler des Brody Imre Gymnasiums in Ajka führten zu regem Themen- und Erfahrungsaustausch.  Auf ungarischer Seite sind die Namen der Organisatorinnen Marika Novak und Kerstin Molnar hervorzuheben,  die den Gedanken des Schüleraustauschs  dort immer wieder gestützt haben und dies auch weiterhin tun werden. An erster Stelle stand und steht die ungarische Gastfreundschaft.  In den Familien wurde zu Haus, am Familienausflugstag am Wochenende und beim Abschiedstreffen alles Erdenkliche unternommen, um es den jungen deutschen Gästen so angenehm wie möglich zu machen.  Von der tausendjährigen Kultur erfuhr die Gruppe durch die Teilnahme am ungarischen Deutschunterricht, bei einem Familienausflugstag zum Plattensee und schließlich in der Hauptstadt Budapest.  Handwerkliche Künste in der Glaskristall-Fabrik Ajka, gemeinsames  Erklettern des Somló, eines vulkanischen Weinbergs, gute Unterhaltung bei den Reiterspielen unterhalb der mittelalterlichen Burg Sümeg, die Einnahme des Rittermahls in  zünftiger Weise in einem benachbarten Gewölbe, eine Tropfsteinhöhle mit der Möglichkeit einer unterirdischen Kahnfahrt, die Abschiedsparty, die im Heimatmuseum von Magyarpolany, einer früher von Deutschen angelegten Siedlung, von Gastmüttern  regelmäßig liebevoll vorbereitet worden war, das sind alles Facetten des Ungarnaustauschs, die den Teilnehmern noch nach Jahren zurück in die Erinnerung kommen.

Traditionell ging es gegen Ende jeden  Austauschs zur „Königin der Donau“, nach Budapest, wo oft zuerst die  Matthiaskirche, die Krönungskirche der ungarischen Könige, auf dem Programm stand.  Der Blick von der Fischerbastei auf die Pester Seite mit dem imposanten Parlamentsgebäude  und den vielen Donaubrücken rundete den Besuch auf dem Burgberg ab. Hier entstanden vor großer Kulisse die vielen gemeinsamen Abschiedsfotos der ungarisch-deutschen Gruppen.  Budapest ist eine schöne Stadt mit internationalem Flair und hat viel zu bieten. Der Besuch im Parlamentsgebäude, der Spaziergang durch die Andrassy-Straße und  das oktoberliche Freiluftschwimmen im Szechenyi-Thermalbad sind hervorzuheben. Nachdenklich standen die Gruppen dann regelmäßig nach der Führung durch das „Terrorhaus“ vor dem Gebäude. Geheimdienstliche Foltermethoden aus nationalsozialistischer und kommunistischer Ära zeigten den Schülern, dass es auch in Ungarn nicht immer zwischenmenschlich friedlich zuging.  Nicht nur im Terrorhaus hat sich herausgestellt, dass das Fach Geschichte eine Reihe von deutsch-ungarischen Anknüpfungspunkten bietet, die man vor Ort vertiefen kann. Weiterhin gibt es Parallelen, was den DDR-Aufstand 1953 und den Ungarnaufstand 1956 angeht und schließlich sollte man gerade als Deutscher nicht vergessen, dass der  Maueröffnung 1989 die Öffnung der ungarisch-österreichischen Grenze und damit des „Eisernen Vorhangs“ vorausging. Wie werden Deutschland, Sulingen und das Gymnasium Sulingen nun aus ungarischem Blickwinkel gesehen?

  • „Die Schüler des Gymnasiums Sulingen gehen gerne zur Schule“
  • “Es herrscht eine lockere, spannungsfreie Atmosphäre im Unterricht“
  • “Die Schüler dürfen im Unterricht trinken“
  • „Es gibt viele Projekte, AGs und außerschulische Lernorte“
  • „Schulsport, Teilnahme an Turnieren – das spielt eine große Rolle“
  • „Das Umweltbewusstsein ist in Deutschland viel stärker“

Diese positiven Wahrnehmungen ihres Gastgeberlandes  wurden oft am Schluss ihres Deutschlandbesuchs  von den ungarischen Schülerinnen und Schülern geäußert.  Programmpunkte auf deutscher Seite waren oft der Empfang im Rathaus Sulingen, der Besuch des Klimahauses in Bremerhaven, die Führung durch die Bremer Innenstadt, der Besuch des Wattenmeermuseums und des Marinemuseums in Wilhelmshaven,  die Besichtigung der Sulinger Bonbonfabrik, die Teilnahme an ausgewählten Unterrichtsstunden  im Gymnasiums Sulingen. Das Sulinger Rahmenprogramm wurde regelmäßig finanziell von der Kreissparkasse Sulingen, von der Firma Exxon Mobil und vom Verein der Eltern und Freunde des Gymnasiums Sulingen unterstützt. Abschließend kann man sich 2014 nach dem 4. Ungarnaustausch nur wünschen, dass er auch in Zukunft eine ausreichende Unterstützung auf beiden Seiten erfährt und so weiterhin einen kleinen Beitrag zur europäischen Völkerverständigung leistet.

Besuch auf der Fischerbastei

Besuch auf der Fischerbastei

Szechenyi-Termalbad

Szechenyi-Termalbad