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Namibia-Blog

Namibia Flagge

Namibia Flagge

Dienstag 12.09.2017
Letzter Tag:
Nach einem reichhaltigen Frühstück besuchten wir heute zusammen mit unseren namibischen Freunden den Unterricht an der Namib High School. Die einzelnen Lerngruppen umfassten etwa 40 bis 50 Schülerinnen und Schüler. Der namibische Unterricht verlief etwas turbulenter, als wir es gewohnt sind. Wir besuchten Mathe-, Physik- und Englischunterricht. Gegenstand des Mathematikunterrichts waren Funktionsanalysen, im Physikunterricht wurden Molmassen bestimmt, in Englisch wurden Pro-und Kontraargumente für verschiedene Themen gesammelt.
Nach der ersten großen Pause wurden heute Daten für die alljährliche Schulstatistik erhoben: Wer gehört zu welchen Stamm? Wer spricht zu Hause welche Muttersprache? Wer hat welche Unterrichtsfächer auf welchem Niveau belegt? Wer ist wie alt?
Dann hieß es leider Abschied nehmen (Einige namibische Klimascouts begleiteten uns noch am Nachmittag und unterstützten uns beim Souvenireinkauf.). Wir haben verabredet, digital Kontakt zu halten!

Montag 11.09.2017
Wüste bei Nieselregen und höchstens 10 °C: So fing unsere Tour heute Morgen an, aber gegen Mittag wurde es wärmer.
Wir lernten, dass der Sand der Namib letztlich aus den südafrikanischen Drakensbergen kommt. Der Oranje-Fluss spült ihn in den Atlantik, der Benguelastrom nimmt ihn nach Norden mit und der vorherrschende Südwestwind an der namibischen Küste weht ihn ins Land. So entstehen die höchsten Dünen der Welt. Im Küstenbereich, in dem wir unterwegs waren, werden sie allerdings nur etwa 120 m hoch.
Die Bahnverbindung Walvis Bay – Swakopmund musste schon zweimal neu gebaut werden. Die erste Bahnlinie (direkt am Strand) fiel einer Sturmflut zum Opfer, die zweite wurde von den Dünen verschlungen, die dritte verläuft jetzt in größerem Abstand parallel zu den Dünen.
Auch die Stadt Swakopmund läuft Gefahr, in der Zukunft zumindest teilweise im Sand zu versinken.
Zu Beginn unserer Wüstentour sahen wir einen großen Pferdefriedhof. Hier wurden vor über hundert Jahren weit über tausend Pferde erschossen und mit Zaum und Zügel im Sand begraben, weil sie an Pferderotz erkrankt waren, einer ansteckenden bakteriellen Erkrankung.
Dann zeigten uns unsere Guides Dan und Colin, dass die Wüste lebt:
Als erstes sahen wir eine Zwergpuffotter. Ihre Augen liegen oben auf dem Kopf und sind das Einzige, was herausragt, wenn die Schlange im Sand auf Beute lauert. Die verwandte Gehörnte Puffotter hat die Augen auf der Seite. Sie lauert im Gebüsch.
Vergraben im Sand wartet der durchscheinende Wüstengecko auf die Nacht. Im Sonnenlicht kann er nicht lange überleben.
Auch der Schwarze Dickschwanzskorpion lauert im Sand. Er ist der einzige Skorpion, der auch am Tag angetroffen werden kann. Er gehört zu den giftigsten Skorpionen Afrikas. Wir haben uns angemessen gefürchtet.
Weiterhin zeigten uns die beiden Guides noch eine (ebenfalls nachtaktive) Dünengrille und einen kleinen Nebeltrinker-Käfer. Auf einem Narastrauch begrüßte uns eine Familie Namibschmätzer. Da wir keine Wüstenchamäleons gefunden haben, konnten die Vögel die Mehlwürmer fressen.
Heute Nachmittag waren wir noch in einem Kunsthandwerkszentrum. Hier können junge Namibianer sich zu Kunsthandwerkern ausbilden lassen.

Sonntag 10.09.2017
Von wegen Sonntag! Nur trüber Himmel, kühl und riesige Wellen am Strand.
Heute Vormittag waren wir in Mondesa. Dieses Township wurde in den 1950er-Jahren von der südafrikanischen Mandatsverwaltung im Zuge der Apartheitspolitik eingerichtet. Den einzelnen Ethnien wurden verschiedene Bezirke zugewiesen. Dabei wurden sie unterschiedlich behandelt, um Zwietracht zu säen, wie unser Guide berichtete. Nach der Unabhängigkeit Namibias habe sich die Situation allerdings verändert, sodass keine Segregation mehr herrsche.
Im Township zeigte unser Guide uns zunächst den Straßenmarkt und eine Schnellküche. Für umgerechnet 1,50 Euro kann man hier eine vollständige warme Mahlzeit bekommen.
Danach erklärte uns die junge Herero Panna den Unterschied zwischen Himba und Herero und beantwortete Fragen zur Tradition ihres Volkes.
Während in Mondesa weitgehend massive Häuser stehen, besteht das sich daran anschließende DRC (Democratic Resettlement Community) aus Bretter- und Blechhütten ohne Wasser und Strom. Die sanitären Anlagen (Plumpsklos) müssen sich mehrere Hütten teilen. Zugang zu frischem Wasser und Gas besteht an Zapfstellen an den Straßenecken (1 Liter Wasser für 10 Namibia-Cent).
Ein Damara stellte uns kurz seine Sprache vor, bei der ein Wort je nach Klicklaut am Anfang ganz unterschiedliche Bedeutungen haben kann.
Den Abschluss bildete ein typisches Owambo-Mahl mit Hirsebrei, Bohnen, wildem Spinat, Gulasch und Mopane-Würmern. Bei diesen handelt es sich um die Raupen von Gonimbrasia belina, einem Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Pfauenspinner. Der Geschmack erinnerte an salzige Kräcker, allerdings wurden nur ganz wenige Exemplare verzehrt.
Eine A capella-Gruppe trug ältere und neuere afrikanische Lieder vor. Der Vortrag endete mit „Nkosi sikelel‘ iAfrika“ („Gott segne Afrika“).

Samstag 09.09.2017
Wetterumschwung: Wir konnten sowohl den Sonnenaufgang als auch den Sonnenuntergang beobachten. Nach einem reichhaltigen Frühstück begaben wir uns auf den Weg nach Walvis Bay. Zusammen mit drei namibischen SchülerInnen unternahmen wir eine Katamarantour durch die Walfischbucht. Leider haben wir keine Wale gesehen, obwohl man uns erzählt hat, dass sowohl Buckelwale als auch Südkaper in letzter Zeit vermehrt gesichtet wurden. Aber wir bekamen Pelikane, Rosa- und Zwergflamingos, Kapkormorane, Dominikanermöwen, Fluss- und Eilseeschwalben, Kapseebären (Robben) und Große Tümmler (Delphine) zu sehen. Außerdem genossen wir einen Imbiss, bei dem wir auch Austern probierten. Die Meinungen über den Genuss dieser Muscheln gehen allerdings auseinander. Weil der Bus Verspätung hatte, wurden wir von der Bootsgesellschaft noch zu einem Kaffee eingeladen.
Zurück in Swakopmund unternahmen die namibischen Lehrer mit uns noch eine Minisafari zum Golfplatz, auf dem sich Herden von Springböcken tummeln. Zuvor besichtigten wir noch das Martin-Luther-Lokomobil. Zur Kolonialzeit wollte man die Ochsengespanne durch einen dampfgetriebenen Traktor ersetzen. Dieser war allerdings viel zu schwer für den sandigen Untergrund und hatte einen für die Wüste unangemessenen Wasserverbrauch. So blieb die Maschine bald stehen: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders!“

Freitag 08.09.2017
Heute Morgen haben wir zusammen mit den namibischen Klimascouts die Stoffbeutel (weitgehend) fertiggestellt. Die namibischen Schülerinnen zeigten uns auch Beispiele für einen kreativen Umgang mit Abfall: Taschen, Ketten, Ohrringe. Anschließend zogen wir mit den Schülern der Namib High School zum Sportplatz, wo ein Fußballspiel der Abiturienten gegen die restlichen Fußballer der Schule stattfand.
Wie das Spiel ausging, konnten wir nicht mehr sehen (später hörten wir 1:0 für die Abiturienten), denn die namibischen Klimascoutlehrer fuhren mit uns via Mondlandschaft zur Oase Goanikontes. Hierbei handelt es sich um eine ehemalige Farm am Flussbett des Swakop. Der Fluss führt in der Regel oberirdisch kein Wasser, man kann aber Wasser aus Brunnen pumpen. Da sich der Farmbetrieb nicht mehr gelohnt hat, wurde die Oase in eine einfache Lodge mit Picknick- und Übernachtungsmöglichkeiten umgewandelt. Elektrischer Strom wird ausschließlich durch Sonnenenergie gewonnen. Telefonanschluss und Mobilfunknetz gibt es nicht, dafür aber viele bunte Vögel. Die Alternative zu dieser Oase stellte das Einkaufszentrum „Platz am Meer“ in Vineta, einem Vorort von Swakopmund, dar. Die Appartements über der Ladenpassage scheinen aber trotz der Lage direkt am Meer nicht sehr attraktiv zu sein. Vielleicht schreckt der Kaufpreis ab 2.000.000 NAD doch etwas ab.

Donnerstag 07.09.2017
Das Wetter war heute nicht besonders gut: bis zum Nachmittag war es neblig und ziemlich kalt und es wehte ein kräftiger Südwestwind.
Heute Vormittag zeigte uns Frau Schneeweiß einige historische Gebäude der Stadt und erläuterte die Hintergründe der wichtigsten geschichtlichen Ereignisse. Auf dem Zaun am Leuchtturm saß eine Katze. Sie stammt von den Katzen der deutschen Siedler ab. Diese Katzen sind in den letzten hundert Jahren verwildert und lassen sich nicht mehr zähmen.
Vor der Alten Kaserne, die heute eine Jugendherberge ist, wurde die Straße erneuert: Der Sandbelag wird aufgeraut, mit Salzwasser begossen und neu festgewalzt.
Am Nachmittag trafen wir die namibischen Klimascouts im Aquarium. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter informierte über Tiere und Pflanzen in den einzelnen Becken und beschrieb die Folgen des Klimawandels für die Unterwasserfauna vor der namibischen Küste. Eine Fischart (Sardinops ocellatus), die bis in die Achzigerjahre in großen Mengen gefangen wurde, ist heute fast verschwunden.
Auf dem Heimweg kam dann doch die Sonne hervor und wir trauten uns trotz des gewaltigen Seegangs (die durchschnittliche Höhe der Wellen soll in den letzten dreißig Jahren um einen Meter zugenommen haben) noch auf den alten Landungssteg (Jetty).

Mittwoch 06.09.2017
OGAHEPI ……SHEE MONAMIBIA OHATUMUKUNDU
Guten Tag …Wir aus Namibia schicken euch Grüße.

Heute Vormittag haben wir die Namib High School besucht und die dortigen Klimascouts kennengelernt.
Nach einer vielsprachigen Vorstellungsrunde (Englisch, Deutsch, Afrikaans und Wambo s.o.) haben uns die namibischen Schüler ihre Schule gezeigt. Ein Schwerpunktthema in diesem Jahr ist die Plastikmüllproblematik. Dazu werden die namibischen und deutschen Klimascouts weitere kooperative Projekte entwickeln. Als einen ersten Schritt haben wir Baumwolltaschen bemalt. Noch sind sie nicht ganz fertig, aber man kann schon vielversprechende künstlerische Ansätze erkennen.
Heute Nachmittag waren wir bei herrlichem Sonnenschein am Meer. Die Wellen, die der Südatlantik an den Strand schickt, sind schon sehr beeindruckend. Aber auch hier ist die Plastikproblematik erkennbar. Im Museum haben wir uns über die Geschichte, die Tier- und Pflanzenwelt und die verschiedenen Ethnien Namibias informiert.
Ein gelungener Abschluss des Tages war das Abendessen im Brauhaus mit Zebra- oder Oryxsteak (einmal auch Käsespätzle).
Heute Abend wurde es wieder neblig, allerdings konnte man so die Strahlen des Leuchtturms besonders gut sehen (gestern Abend haben wir uns am Kreuz des Südens orientiert).

OSHILINAWA OKUMONAMIBIA OHATUMUHALELE OWA
Wir hier in Namibia wünschen euch das Beste.

Dienstag 05.09.2017

Mitternacht über Nordafrika, 02:45 Überquerung des Äquators, 05:44 - fast eine Stunde früher als geplant - sind wir dann bei Mondschein und 11 °C in Windhoek gelandet. Drei Stunden warten, dann Weiterflug nach Walvis Bay. Von oben nur karge Landschaft: Wüste und Halbwüste. Im Flugzeug gab es interessante Snacks: Biltong (getrocknetes Wildfleisch). Auf dem International Airport Walvis Bay dann die erste Überraschung: wir konnten alle Koffer vom Band heben. Etwas schwieriger war der Transfer nach Swakopmund. Aber nachdem wir einen Bus gekapert hatten, sind wir glücklich in der Pension Rapmund angekommen. Unterwegs hätten wir schon Rosaflamingos, Pelikane, Dominikanermöwen, Hartlaubmöwen und Kormorne sehen können, wären uns nicht die Augendeckel zugefallen. Beim Kaffetrinken im Cafe Anton (Pommes Frites, Omelett, Schokoladentorte etc.) hatten wir Gesellschaft von einem Sperling und konnten aus dem Fenster Perlhühner beobachten, die vom Strand zum Leuchtturm zogen. Beim Abendessen haben uns die Lehrer aus Nambia dann Einiges über die Schule und die hiesigen Probleme erzählt. Morgen treffen wir uns dann morgens mit den Schülern. Dazu dann morgen mehr an dieser Stelle.

Montag 4. September 2017

Heute sind die fünf Klimascouts nach Namibia gestartet. Zuerst mit Zug nach Frankfurt, von dort aus mit dem Flugzeug nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Wir wünschen den Reisenden viel Spaß und wundervolle 10 Tage!

 

Dienstag 29. August 2017

Nächste Woche ist es soweit. Zum zweiten Mal (nach 2015) reist eine Gruppe von Klimascouts zu einem Klimasworkshop nach Swakopmund/Namibia.
Wie 2015 werden die Klimascouts versuchen, täglich einen kleinen Bericht (mit Bildern) online zu stellen.
Die "Abenteuer" der Gruppe lassen sich an dieser Stelle auf der Homepage verfolgen.

Wir wünschen allen Interessierten viel Spaß beim Lesen.

Mittwoch 30. August 2017

Heute haben wir in der AG und auf dem Elternabend die letzten Reisemodalitäten geklärt. Wir sind schon ganz gespannt und erwartungsvoll.