Benutzer:

Passwort:

 

Allgemein

„So nicht, Frau Ministerin Heiligenstadt!”" - Lehrkräfte des Gymnasiums protestieren gegen Pläne zur Arbeitszeiterhöhung

 

Die Lehrkräfte versammelten sich in der zweiten großen Pause zur Demonstration, Personalrats­vorsitzender Kay-Uwe Groth (links) verlas den „November-Appell".

 

Mit Trillerpfei­fen, Ratschen und improvi­sierten „Schlaginstrumen­ten“ machten die Lehrkräf­te des Gymnasiums Sulingen in der zweiten großen Pause ihrem Ärger Luft, den Personalratsvorsit­zender Kay-Uwe Groth in Worte fasste: „So nicht, Frau Ministerin Heiligen­stadt!“ Mit der Demonstrati­on, die gut 100 Schüler als Zuschauer verfolgten, pro­testierte das Kollegium ge­gen die Pläne der niedersächsischen  Landesregierung, die Arbeitszeit der Lehrer an Gymnasien zu er­höhen und die Altersermä­ßigung ab dem 55. Lebens­jahr für Lehrkräfte aller Schulformen zu streichen.

 

In Richtung von Bildungs­ministerin Frauke Heiligen­stadt sagte der Personalrats­vorsitzende: „Wir lassen es nicht zu, dass Sie und die gesamte Landesregierung wieder auf Kosten der Bil­dung unserer Kinder Haus­haltseinsparungen vorneh­men.“ Groth erinnerte an die Zusammenkunft von 280 Personalvertretern aus 171 Schulen in Hannover, aus der das „Plenum der Personalräte an niedersäch­sischen Gymnasien und Ko­operativen Gesamtschulen – PPNG“ hervorging, das zu landesweiten Protest­kundgebungen an den Schulen aufgerufen hatte. Er verlas den von diesem Plenum verabschiedeten „November-Appell“, der SPD- und Grünen-Landtags­abgeordnete auffordert: „Wer­den Sie Ihrer Verantwor­tung gegenüber den Schüle­rinnen und Schülern wie auch gegenüber den Lehr- kräften (...) gerecht und schaffen Sie Bildungsge­rechtigkeit, die diesen Na­men verdient.“

 

Der Personalrat des Sulinger Gymnasiums verab­schiedete eine „Resolution gegen die Verschärfung der Arbeitsbedingungen an nie­dersächsischen Gymnasien“, unterzeichnet von Kay-Uwe Groth und Schul­leiterin Ute Lüßmann. Eine der zentralen Aussagen: „Das Kollegium am Gymna­sium Sulingen fragt sich, ob der Kultusministerin be­wusst ist, dass nach aktuellen Untersuchungen die Ar­beitszeit der Lehrkräfte an Gymnasien in Niedersach­sen – auch unter Berück­sichtigung der Ferien – schon bisher mit über 50 Stunden wöchentlich weit über der gesetzlich festge­legten Arbeitszeit des öf­fentlichen Dienstes liegt.“ Laut Groth seien bereits an 120 Schulen alle Klassen- und Studienfahrten abge­sagt, Weihnachtskonzerte oder Tagesfahrten gestri­chen oder ohne Lehrerbetei­ligung durchgeführt wor­den. Auch in der Resolution des Sulinger Gymnasium findet sich eine entspre­chende Empfehlung, sie werde „von allen Lehrkräf­ten unserer Schule mitge­tragen und unterstützt.“ Da­nach sollen ab dem Schul­jahr 2014/2015 keine mehr­tägigen Schulfahrten mehr durchgeführt werden, keine Klassenfahrten mehr in der Sekundarstufe I und die Kursfahrten in der Oberstu­fe in eingeschränktem Um­fang.

 

Verfasser: Timpke