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Wie Kinder im Township leben – Gymnasium und VBN gaben Einführung in die Ausstellung African Kids

Zwischen spartanischen Hütten aus Blech, Holz oder auch nur Pappe spielt sich der Alltag der Kinder im Township ab – doch denen steht auf den Fotos der Ausstellung „African Kids – Eine südafrikanische Township-Tour“ nicht Verzweiflung, sondern Lebensfreude ins Gesicht geschrieben.

Die offizielle Eröffnung der Schau zum gleichnamigen Buch von Lutz van Dijk, die im Foyer des Sulinger Gymnasiums zu sehen war, verlief eher im geschlossenen Kreis – sie sei ohnehin mehr als Austauschmöglichkeit mit dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB) als Kooperationspartner der Schule gedacht gewesen, sagte stellvertretender Schulleiter Friedrich Knispel. Der Verein organisiert deutschlandweit die Tour der Ausstellung. Zu den Teilnehmern gehörten neben den „Klimascouts“ des Gymnasiums, die eine Präsentation ihrer Namibia-Reise im November vorstellten (wir berichteten), der Leiter der VNB-Geschäftsstelle in Barnstorf, Reinhold Böhmer, und Andrej Denisow.

Denisow absolviert sein Freiwilliges Ökologisches Jahr am Gymnasium, das diese Stelle gemeinsam mit dem VNB eingerichtet hatte, und führte in die Ausstellung ein. Die schildert in Text und Bild das Leben der Kinder im zu Kapstadt gehörenden Township Masiphumelele, aus der Sicht des elfjährigen Sive aus dem dortigen Kinderhaus. Es wird von der Stiftung HOKSIA (Homes for Kids in South Africa) betrieben, deren Mitbegründer Autor Lutz van Dijk ist. Das Kinderhaus ist Heimat für Kinder, die ihre Eltern durch Aids verloren haben und Kinder, die selbst mit dem HIV-Virus infiziert sind. Hier bekommen sie Unterkunft, Essen, Bildung, können durch die Medikamentierung ein fast normales Leben führen. Der Name des Townships, Masiphumelele, bedeute übersetzt „Wir schaffen das“, erklärte Reinhold Böhmer – die Parallele zum Merkel-Zitat angesichts des Flüchtlingszustroms mache nachdenklich: „In Südafrika leben drei Millionen Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Ländern – und von den rund 40 000 Bewohnern dieses Stadtteils ist die eine Hälfte aus anderen Staaten, die andere vor der Armut auf dem Land geflohen.“ Brände, teils mutmaßlich von Grundstücksspekulanten gelegt, würden immer wieder viele Bewohner des Townships obdachlos machen, erst vor kurzem 4000: „Die Menschen finden immer wieder den Willen, weiterzumachen, bauen ihre Hütten wieder auf.“

Quelle: Sulinger Kreiszeitung