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Josephines Namibia-Blog 2018

01.09.2018 bis 25.11.2018

Namibia Flagge

Namibia Flagge

 

10.11.2018

Am Samstag wurde ich von der Familie des Gastschülers, welcher dieses Jahr bei mir in der Familie war, eingeladen. Zusammen waren wir bei Spur, einem Steak und Burger Restaurant. Hier haben wir uns über Erlebnisse in Deutschland und Namibia ausgetauscht und ich habe einiges über seine Familie erfahren. Nach dem reichhaltigen Essen sind wir zum Jetty gegangen, haben die Aussicht genossen und einige schöne Fotos gemacht. Nach einem kleinen Spaziergang sind wir beim Museum angekommen, wo wir ein Eis gegessen haben und eine weitere Freundin trafen. Mit dieser sind wir später noch in die Stadt gegangen und haben mit ihren Geschwistern auf dem Spielplatz gespielt. Zurück ging es nach dem ereignisreichen Tag mit dem Taxi.

 

 

05.11.-09.11.2018

Am Montag waren die Eltern einer Patin an der Swakopmund Primary School und haben das Patenkind der Tochter besucht. Wie auch bei dem ersten Besuch ist aufgefallen, dass die Kinder zuerst sehr schüchtern an die Situation rangehen, ihnen später der Abschied allerdings schwerfällt.

Dienstag hatte meine Gastfamilie noch einmal Gäste für zwei Tage, mit denen zusammen haben wir erneut gebraait.

Am Mittwoch wurden die Recyclingtonnen abgeholt, sowie die Restmülltonnen. Nachmittags war ich zum ersten Mal im Schwimmbad in Swakopmund. Das Schwimmbad hat zehn Bahnen und es ist ca. 1,55m tief. Es waren zwei bis drei Schwimmkurse zu der Zeit dort, dafür aber nur ein bis zwei "normale" Schwimmer. Das Wasser hatte ungefähr eine Temperatur von 20°C . Wer hier schwimmen möchte muss eine Badekappe tragen, wer keine hat, kann sich eine beim Empfang leihen.

Nachdem einige Sonnenkinder ihre Briefe immer noch nicht fertig geschrieben haben, habe ich mich mit ihnen am Donnerstag zusammengesetzt und in Ruhe die Briefe schreiben lassen. Außerdem hab ich mich mit den Verantwortlichen für den Schulgarten und das "Lunchproject" zusammengesetzt und mich mit ihnen über eine Lösung für das Mittagessen ausgetauscht. So sollen in Zukunft noch Kartoffeln und Mais im Schulgarten angebaut werden, die dann von einer Lehrkraft geerntet werden, wenn die Küche die Nahrungsmittel braucht.

Freitagmorgen habe ich zwei Pläne erstellt, einen für die Wässerung der Sonnenkinderbäume, den anderen für den Schulgarten und die Ernte. Am nächsten Montag werde ich diese beiden Pläne den jeweiligen Gruppen vorstellen. Nachmittags war ich erneut in der Stadt um weitere Geschenke zu besorgen. Außerdem habe ich eine Katamarantour für meine letzte Woche gebucht. Ich hoffe einige Delfine und Robben auf der Tour sehen zu können.

Paten mit Sonnenkind

Paten mit Sonnenkind

Braai-Ofen

Braai-Ofen

Müllabfuhr

Müllabfuhr

 

03.11.2018

Am Samstag hatte mein Gastvater Geburtstag, dafür waren wir viel einkaufen, da wir abends mit seinen Freunden und Verwandten gebraait haben.

Vormittags war allerdings noch vom Rotary Club Swakopmund auf dem SFC Sportplatz ein "Fun Day". Dort haben einige lokale Kleinunternehmen ihre Ware ausgestellt. Außerdem konnte man an mehreren "Lotterien" kleine, aber auch große Dinge wie Autos oder Motorräder gewinnen. Für die kleineren Gäste wurde ein Hüpfburg aufgebaut. Der Tag wurde von mehreren musikalischen und sportlichen Gruppen begleitet, die aus ihrem jeweiligen Programm etwas vorführten. Selbstverständlich gab es auch reichlich zu essen, wie typisches Gebäck aus Namibia und Südafrika, Brötchen, Kuchen und Gemüsepfannen.

Fun Day Innenzelt

Fun Day Innenzelt

Fun Day Außengelände

Fun Day Außengelände

 

29.10. - 02.11.2018

Nach dem warmen Wochenende folgte ein etwas kühlerer Montag. An diesem Tag bekamen einige Schüler*innen ein Geschenk - bei uns bekannt als Weihnachten im Schuhkarton. Nach dieser Veranstaltung musste ich mich allerdings um die Finanzierung für die Obstbäume kümmern, welche am Donnerstag gesäht werden sollten.

Dienstagmorgen kamen zwei Helfer einer Organisation an die Schule, welche ca. 50 Kindern erklärten, warum Bäume besonders wichtig für unsere Umwelt sind. Sie fragten zuerst, für was wir Bäume bräuchten und die Schüler antworteten mit Nahrung, Schhatten und Sauerstoff. Nach einer kurzen Präsentation, wie der Baum funktioniert, wurden zwei Bäume angeplanzt, darunter ein Rosinenbusch und ein Schattenbaum.

Am Mittwoch bin ich mit einigen Schülern der "Learning Support Klasse" in den neuen Sonnenkinder-Garten gegangen. Dort haben die Schüler mir geholfen fünf große und vier kleine Löcher zu buddeln, welche wir für die Obstbäume brauchten. In die vier kleinen Löcher pflanzten wir geschenkte Kakteen ein. Nachdem wir hiermit fertig waren ging ich zur Vorschule um dort an dem Sinnesgarten weiterzuarbeiten. Mit Zement füllte ich einige Löcher, damit sich der spätere Inhalt (Sand und Match) nicht mit dem Untergrund (Sand) vermischt. Mittwochabend war ich dann zum Orchester, um mit den anderen Musikern für das Konzert zu proben. Diesmal war auch eine andere Bassistin da, welche sich das Bassspielen selber beigebracht hatte. Insgesamt hat das kleine Orchester ca 15 Mitglieder, nur Streicher. Bei Konzerten spielen diese allerdings sehr häufig mit einer Big Band zusammen, um auch die Bläserstimmen besetzen zu können.

Donnerstag ging es für mich zusammen mit zwei Lehrern der Schule zum "Recycling-Plant" (Abfallhof). Dort wurde uns der Weg vom Müll erklärt und wie es in Namibia mit Recycling funktioniert. Zuerst werden die orangenen Recyclingtonnen von der Müllabfuhr abgeholt, dieser wird dann von Arbeitern auf Fließbändern nach der Sorte (Plastik, Dosen, Papier, Glas) sortiert. Dann wird dieser Müll in Pressmaschinen gegeben und in Würfel gepresst. Anschließend wird dieses dann zu einem Recyclonghof in Namibia gebracht, oder von Südafrika gekauft, da diese es dann recyclen. Nach diesem Ausflug ging es erneut zum "Little Foot" um die bestellten Obstbäume abzuholen. In der Schule wieder angekommen habe ich die Pflanzaktion weiter vorbereitet. Am Nachmittag kamen dann auch 15 Sonnenkinder und halfen die fünf Bäume einzupflanzen. Gepflanzt wurden zwei Grapefruitbäume, zwei Maracujasträuche und ein Papayabaum.

Am Freitag wurden die Bäume dann erneut von den Schülern gewässert. Nachmittags habe ich mich bei der Mall mit zwei Freunden getroffen, von denen eine am Montag selbst nach Deutschland fliegt, um ihre Paten zu besuchen. Ihr habe ich einige Tipps mit auf den Weg gegeben, besonders was die Wetterlage von November bis Januar in Deutschland angeht. Nach einem kühlenden Milchshake sind wir zusammen dann in die Spielhalle gegangen und haben erneut Basketball gespielt und gebowlt.

Weihnachten im Schuhkarton

Weihnachten im Schuhkarton

Projekt Bäume für das Leben

Projekt Bäume für das Leben

Projekt Bäume für das Leben 2

Projekt Bäume für das Leben 2

Projekt Bäume für das Leben 3

Projekt Bäume für das Leben 3

Löcher Sinnesgarten mit Zement

Löcher Sinnesgarten mit Zement

Recyclinghof Frontansicht

Recyclinghof Frontansicht

Recyclinghof Innenraum

Recyclinghof Innenraum

Recyclinghof Innenraum 2

Recyclinghof Innenraum 2

Recyclinghof Würfel

Recyclinghof Würfel

Recyclinghof Gruppenbild

Recyclinghof Gruppenbild

Sonnenkinder Bäume pflanzen

Sonnenkinder Bäume pflanzen

Sonnenkinder Bäume pflanzen 2

Sonnenkinder Bäume pflanzen 2

Sonnenkinder Bäume pflanzen 3

Sonnenkinder Bäume pflanzen 3

Sonnenkinder Bäume wässern

Sonnenkinder Bäume wässern

Sonnenkinder Gruppenbild

Sonnenkinder Gruppenbild

Shopping Mall Vineta

Shopping Mall Vineta

Bowling mit Freunden

Bowling mit Freunden

 

27.10./28.10.2018

Am Samstag sollte ich eigentlich einen Erste Hilfe Kurs für die Lehrer an der Grundschule leiten, dieser fiel allerdings aus, da sich niemand in die entsprechende Liste eingetragen hat. Dafür habe ich den Vormittag genutzt um die ersten Geschenke für Deutschland zu besorgen. Nachmittags wurde ich von einem kleinen Orchester zu einer Probe eingeladen. Zusammen haben wir "James Bond", eine Symphonie von Bach, Africa (Toto) und zwei andere Stücke gespielt. Nach dieser Probe wurde ich auch zu weiteren, welche immer mittwochs stattfinden eingeladen. Geprobt wird für ein Konzert am 24.11., bei welchem ich leider nicht teilnehmen kann, da ich an diesem Tag bereits zurückfliege.

Sonntag habe ich mich auf den Weg gemacht, um Seehunde am Strand zu sehen. Bei etwas warmen Temperaturen (25°C-30°C) hat man auch schon einige Familien am Strand gesehen, welche das schöne Wetter genossen. Am Jetty (Steg) angekommen ließ sich allerdings kein einziger Seehund blicken, weshalb ich entschloss einfach ein wenig in die Stadt zu gehen und den Sonntag zu genießen.

Orchesterprobe

Orchesterprobe

Badestrand Swakopmund

Badestrand Swakopmund

Sicht auf den Strand

Sicht auf den Strand

Jetty in Swakopmund

Jetty in Swakopmund

Sicht auf Jetty

Sicht auf Jetty

Stadtrundgang mit Sicht auf Kücki´s Pub

Stadtrundgang mit Sicht auf Kücki´s Pub

 

22.10 - 26.10.2018

Am Montag hat die Vorschule für das Weihnachtskonzert geprobt. Mit ihren Lehrern zusammen führen die Kleinen die Weihnachtsgeschichte auf, singen Lieder und erzählen, wofür die einzelnen Buchstaben in "Christmas" stehen. Bei der Vorbereitung habe ich zugesehen und ein wenig geholfen. Nachmittags war ich mit meiner Gastmutter in der Gartenanlage "Little Foot", um Obstbäume auszuwählen, die später mit den Sonnenkindern an der Swakopmund Primary School eingepflanzt werden sollen.

Von Dienstag bis Freitag habe ich mich weiter darum gekümmert, dass die Sonnenkinder die Briefe für die Paten schreiben, allerdings habe ich Mittwoch und Freitag von zuhause arbeiten müssen, da ich mit einer Erkältung flach lag.

An der Schule war allerdings von Dienstag bis Donnerstag jeweils abends eine "Award Ceremony", in welcher die besten Schüler der jeweiligen Klassen eine Auszeichnung für ihre gute Arbeit bekamen. Einige bekamen dazu einen Pokal oder ein kleines Geschenk.

Probe Weihnachtskonzert Vorschule

Probe Weihnachtskonzert Vorschule

Award Ceremony 1

Award Ceremony 1

Award Ceremony 2

Award Ceremony 2

 

20.10.2018

Heute habe ich mich mit einer Freundin in der ShoppingMall getroffen. Zusammen haben wir eine Kleinigkeit gegessen und sind danach in eine Art “Casino“ für Kinder gegangen. Neben einem Spielparadies mit Rutschen und Klettergerüsten für die Kleineren, gab es für Jugendliche auf der anderen Seite Basketball, Airhockey, “Dosen werfen“, “Hau den Lukas“, Bowling und vieles mehr, wo man durch Treffsicherheit und Geschick Punkte machen konnte, die man zum Schluss in kleine Spielwaren, wie einfache Brettspiele, Ringe, Autos, Sonnenbrillen oder Trillerpfeifen eintauschen konnte.

Abends bekamen wir von den Freunden der Familie, darunter auch zwei weitere Deutsche Besuch. Zusammen haben wir gebraait (gegrillt) und uns unterhalten.

Basketball im Streethouse

Basketball im Streethouse

 

15.10-19.10.2018

Am Montag war ich mit den Schüler*innen der 2B im Schulgarten. Zusammen haben wir die Pflanzen bewässert, leider sind viele durch die Trockenheit und zu wenig Nährstoffen im Boden eingegangen. Einige konnten wir allerdings retten. Danach sind wir zu dem Gemüse unter den Netz im Schulgarten gegangen. Dort habe ich den Kindern Spinat, Möhren und Schnittlauch gezeigt, von letzterem durfte sich jeder etwas abzupfen und probieren. Einige haben es gleich wieder ausgespuckt, andere meinten: “mhm! It taste like onion! Tasty!“ (mhm, es schmeckt nach Zwiebel, lecker!)

Dienstag habe ich mich darum gekümmert, dass das Gartenprojekt weiterläuft. Zusammen mit den zuständigen Lehrern habe ich besprochen, dass wir in dem „Sonnenkindergarten“ zwei bis vier Obstbäume pflanzen werden, welche später auch als Nahrungsquelle für die Schulmensa oder als Pausensnack genutzt werden könnten. 

In der Pause am Mittwoch habe ich mit Unterstützung einer freiwilliger Schüler eindn Teil des Mülls vom Schulhof eingesammelt. Überall lagen Chipstüten, Lollipopstiele, Essensreste, Trinkpäckchen und Schokoladenverpackungen. In der nächsten Woche werde ich sowohl mit den Vorschulkindern, aber auch mit den unteren Klassen der Grundschule das Projekt fortführen.

Am Donnerstag habe ich am Anfang mit 15 Schülern der 2. Klasse einen kleinen Test geschrieben. Der Test wurde für eine zweite Klasse in einer Privatschule angefertigt. Die Schüler der 2. Klasse von der staatlichen Schule hatten einen weitaus niedrigeren Schnitt, als die Kinder der Privatschule. Dies liegt allerdings besonders daran, dass im Unterricht der staatlichen Schule aufgrund der Klassengröße nicht auf jeden eingegangen werden kann und somit einige noch starke Probleme mit der Subtraktion, Addition, Multiplikation und Division haben. Nach dem Test war ich in der Klasse und bin mit ihnen den gesamten Test Schritt für Schritt durchgegangen. Es fiel auf, dass viele eher raten, anstatt sich mit der Aufgabe zu beschäfftigen. So kamen einige auf das Ergebnis: 13+4=4+„x“ und x war 2 oder 20.

Freitag stand der Health and Safety Day an. In der Aula wurden verschiedene Vorträge zum Thema Mobbing, richtiges Händewaschen und Zähneputzen, Respekt und Schülerlotsen gehalten. Auch draußen konnten die Schüler mehr über das Thema Sicherheit im Verkehr dank Schülerlotsen lernen. Eigentlich sollten noch Krankenschwester kommen und Kinder auf Zahnhygiene, Aufen und Ohren untersuchen, allerdings meldeten diese sich kurzfristig ab.

Schulgarten

Schulgarten

Müllsammeln mit freiwilligen Schülern

Müllsammeln mit freiwilligen Schülern

Health and Safety Day 1

Health and Safety Day 1

Health and Safety Day 2

Health and Safety Day 2

 

Halbzeitbericht Namibiareise

(01.09.2018 bis 14.10.2018)

Seit sechs Wochen bin ich nun in Swakopmund, Namibia. Bis jetzt habe ich vieles erlebt, gesehen und gelernt. In diesem Sonderblog beschreibe ich mal meine ersten Eindrück von Namibia.

Am 02.09.2018 bin ich in Windhoek gelandet; mein erster Flug alleine. Doch schon beim Eintreten in den Flughafen kam das erste Problem auf mich zu. Ich hatte kein gültiges Visum. Mein erstes Visum bekam ich dann nach langer Diskussion und Verständigungsproblemen mit der etwas unfreundlichen Dame hinter dem Tresen für 10 Tage. Danach sollte ich zum Government nach Windhoek fahren. Für 35€ bekam ich in einer Office-Stelle in Swakopmund mein Visum für 3 Monate (12 Wochen). Dafür musste allerdings mein Reisepass nach Windhoek für den Stempel geschickt werden; ich habe ihn bis heute nicht wieder.

Das nächste Problem folgte schon; ich hatte keinen passenden Stecker für die Steckdosen. In Deutschland sind die Steckdosen mit zwei kleinen Löchern, hier mit drei größeren. Aber schnell fand sich eine Lösung, denn meine Gastfamilie hatte einen Adapter für mich. Nach einigen Tagen habe ich sogar viele Deutschland-Namibia-Adapter im Supermarkt gefunden, da hier sehr viele Leute importierte Handys und Geräte haben, die den deutschen Stecker brauchen.

Eigentlich denkt man, dass es in Afrika das gesamte Jahr sehr heiß ist – Fehlinformation. In den ersten paar Tagen habe ich tatsächlich gefroren, wir hatten aber auch immerhin nur 15°C Außentemperatur. Aber auch nach sechs vergangenen Wochen haben wir die 22°C-Marke noch nicht geknackt. Heute sind es sogar nur 18°C. Dies hängt aber auch mit den „verschobenen Jahreszeiten“ zusammen. Da ich momentan auf der Südhalbkugel bin, hat gerade erst der Frühling angefangen. Jetzt wird es erst langsam warm.

Schon nach den ersten zwei Wochen habe ich mitbekommen, dass es täglich starke Wetterwechsel gibt. Morgens kann es nebelig sein, mittags ist strahlender Sonnenschein und abends nieselt es. Daher geht man hier meistens mit einer Strickjacke aus dem Haus, welche man notfalls an- und ausziehen kann.

Als ich in der Schule angefangen habe zu arbeiten, habe ich schnell die Unterschiede zu unseren deutschen Schulen gesehen. In einer Klasse sitzen hier, egal ob Grundschule oder High School bis zu 45 Kindern in einem Klassenraum, da ist Unruhe quasi vorprogrammiert. Dies liegt höchstwahrscheinlich daran, dass es hier einen extremen Lehrermangel in staatlichen Schulen gibt.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass es an jeder einzelnen Schule, tatsächlich sogar in der Vorschule schon, Schuluniformen gibt. An der Grundschule, an der ich arbeite, sind es blaue Pullover, weiße Hemden und graue Hosen. Die gleichen Farben nutzen allerdings die meisten Schulen in Swakopmund, als Ergänzung teilweise eine rote Anzugjacke oder Schal und Mütze.
Später wurde mir noch erklärt, dass es sehr wenige „weiße“ Lehrer an staatlichen Schulen gibt. Die meisten unterrichten an Privatschulen. Ein weiterer Unterschied zu der deutschen Grundschule und High School ist es, dass die Grundschule hier von der ersten bis zur siebten Klasse geht, teilweise auch mit der Vorschule Grade 0 und die High School von Klassenstufe acht bis zwölf geht.

Nachdem ich mich mit meinen Freunden hier getroffen habe, haben diese mir erzählt, dass es hier nicht wirklich üblich ist, sich nachmittags oder auch am Wochenende mit seinen Freunde (in der Stadt) zu treffen. Sie meinten, dass dies besonders daran läge, dass die Kinder und Jugendlichen hier kaum eigenes Geld zur Verfügung haben und es soetwas wie „Taschengeld“ auch eher selten gibt, zumindest im Vergleich zu Deutschland.

Ein Aspekt des Umweltschutzes ist mit bei meinem bisherigen Aufenthalt besonders aufgefallen; überall, besonders außerhalb der Städte, liegt sehr viel Müll an den Straßenrändern. Weggemacht wird dieses meistens nicht. Auch das gesamte Abfallkonzept unterscheidet sich von unserem deutschen. Hier gibt es in den Haushalten überwiegend nur zwei Tonnen, eine schwarze für Restmüll und eine orangene für Papier/Pappe, Plastik, Glas und Dosen. Diese Tonne wird einmal in der Woche abgeholt und zum Abfallhof gebracht. Dort sortieren einige Arbeiter den Müll, damit dieser teilweise recycled werden kann. Pfand gibt es hier nicht, weder auf Flaschen, noch auf Dosen. Anfangs fiel es mir daher schwer die Plastikflaschen einfach in dem normalen Müll zu werfen, ich habe mich dann aber letztendlich dran gewöhnt.

Als wir den Culure-Day an der Schule hatten, haben der andere Freiwillige und ich uns überlegt, was man „typisch deutsches“ zeigen könnte. Leider ist uns nicht sehr viel eingefallen, was auf fast alle Deutschen zutrifft; wir haben schließlich auch unterschiedliche Traditionen und „Kulturen“ in Deutschland. Nur meistens sind diese auch in ihrem Bundesland am stärksten Vertreten. Hier in Namibia gibt es allerdings sehr viele Kulturen in einem Bereich, natürlich auch manche stärker und manche schwächer. Einige sind dem Deutschen sehr ähnlich, wie zum Beispiel die Coloured People, die Afrikaans oder die Basters. Andere hingegen unterscheiden sich sehr stark von unserer Kultur, zumindest wenn diese traditionell ausgeführt werden. Die größten Kulturen hier in Swakopmund sind eindeutig die Damara. Diese haben in ihrer eigenen Sprache die Klicklaute, geschrieben sehen diese zum Beispiel so aus: ! oder auch #. Wie sie dann letztendlich richtig betont und gemacht werden, werde ich wohl nie lernen. Auf dem Weg zur Farm haben wir am Straßenrand auchz einige Naturvölker und Kulturen gesehen, welche in Hütten hausen und sich an das Leben in der Natur angepasst haben. So verwendet ein Kultur zum Beispiel eine Paste aus Rinderfett und etwas rotem, welches auf den gesamten Körper aufgetragen wird und sehr schlimm riechen soll.

Außerdem habe ich auf dem Weg zur Farm erfahren, was ich auch schon im Blog geschrieben hatte, dass man hier überall, selbst in sehr abgelegenen Gebieten LTE oder 3G Netz hat. Wie ich erfahren habe, arbeitet Schweden in diesem Punkt mit Namibia zusammen.

In Namibia kann man besonders gut die Schere zwischen den Ärmeren und Reicheren sehen. Fast jede Stadt hat Stadtteile, in welchen die etwas Reicheren leben, meistens hellhäutige Familien. Aber so haben auch die meisten Städte große Stadtteile, in welchen eher die Ärmeren leben, hier eher dunkelhäutige Familien. Dies hängt allerdings mit vielen Sachen zusammen; so zum Beispiel dem Fakt, dass es in Namibia viele Menschen gibt, die eine sehr schlechte bis gar keine Bildung haben. Diesen werden dann Jobs angeboten, wie Haushaltsgehilfen, Tankwarts, Parkplatzaufsichten, Gärtnern oder Tütenpackern in Supermärkten. Es liegt aber auch teilweise an den großen Familien. Viele Männer schwängern eine Frau und suchen sich dann die nächste. In einigen „Familien“ sitzt dann eine Mutter bis zu sieben Kindern und muss versuchen diese ohne finanzielle Hilfe zu ernähren. Besonders für Kinder solcher Familien ist das Sonnenkinderprojekt sehr wichtig, da diese so eine Unterstützung haben sich Schulsachen oder andere wichtige Dinge zu kaufen. Durch diese Armut ist Kriminalität (Diebstähle etc.) in diesem Land nichts ungewöhnliches. Viele Häuser haben Alarmanlagen, Gitter vor den Fenstern und Türen und hohe Zäune (manchmal sogar mit Strom).

Fast jeder wird Taxis in Deutschland kennen. Ein Taxizeichen auf dem Dach, fast immer die gleiche beige-gelbe Farbe und meistens etwas neuere Autos. Außerdem muss man sich diese meistens in kleineren Städten extra anrufen. Hier läuft es etwas anders. Die Taxis haben in Swakopmund nur eine Nummer auf der Seite kleben, die Autos sind meistens Privatwagen und sehen nicht wirklich schön aus. Meistens teilt man sich ein Taxi mit mehreren Leuten, die ungefähr in die gleiche Richtung wollen, man sich aber persönlich meistens nicht kennt. Dafür kostet eine Taxifahrt von ca 2-3km auch nur 12N$, also unter einem Euro. Dies liegt aber vermutlich auch daran, dass es so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel wie Busse oder Bahnen gibt. Viele Schulkinder werden morgens auch mit dem Taxi zur Schule gebracht.
Einige Namibier leben auf einer Farm oder besitzen eine, so auch meine Gastfamilie. Auf dem Weg zur Farm sind wir an einigen anderen Farmen vorbeigekommen. Meine Gasteltern haben mir erzählt, dass früher viele Weiße Farmen hatten, diese aber größtenteils an Schwarze abgegeben wurden. Einige Farmer nutzen die Farmen gewerblich, zum Beispiel für Schlachtereien, viele haben diese allerdings eher nur zum Jagen und Bauen. Häufig werden Rinder oder Schweine angesiedelt, welche dann auf den Weiden leben, wobei die Weiden nicht nur aus Gras bestehen, sondern auch aus Bäumen, Sträuchern und Felsen. Da es besonders im Norden sehr trocken ist, müssten die Farmer besonders gut planen, wie viele Tiere sie unterbringen können. Natürlich gibt es auch Wildtiere auf den Farmen, wie Springböcke oder Strauße, zum Leid der Farmer allerdings auch Elefanten, welche die Zäune kaputt treten und Schaden an Wasserstellen etc machen.
Es wurde mir erklärt, dass damals teilweise 15 Familien auf einer Farm gelebt haben, inszwischen sind es ca. drei Familien.

 

 

 

31.08.2018

1 Tag noch - dann heißt es "Lebe Wohl Deutschland und Hallo Namibia".

Um 20:25Uhr geht mein Flieger von Frankfurt am Main zur Landeshauptstadt Namibias, Windhoek. Mit mehr als 5 Stunden Aufenthalt am Flughafen geht es dann weiter nach Walvis Bay, wo ich von meiner Gastfamilie, Familie Hall abgeholt werde.

Nun noch schnell die Koffer zu Ende packen!

 

 

02.09.2018

Heute bin ich mit 30 Minuten Verspätung in Windhoek, der Hauptstadt von Namibia, nach 10 Stunden Flug, gelandet. Nach 7 Stunden Aufenthalt ging es für mich dann weiter nach Walvis Bay, wo ich von meiner Gastfamilie abgeholt wurde.

Auf dem Weg nach Swakopmund, aber auch schon auf den letzten Metern des Fluges ist mir aufgefallen, dass rundherum nur Sand ist, die Namib Wüste. Hierzu seht ihr auch ein Bild, welches vom Flughafen aufgenommen wurde.

 

04.09.2018

 Heute hatte ich meinen ersten Tag in der Grundschule. Eingesetzt wurde ich in einer zweiten Klasse mit 35 Schüler*innen. Unterrichtet wurde Mathematik, natürlich nur die einfachen Grundlagen. In den Pausen haben die Kinder draußen im Pausenhof Fußball und Fangen gespielt. Trotzdem waren die Schüler auch im Unterricht noch sehr aufgedreht. Manchmal kamen einige Kinder an und haben mir aus ihren Afrikaans- und Englischbüchern vorgelesen.

Nachmittags habe ich mich mit einem Kumpel getroffen, den ich im Austauschprojekt 2015/16 vom Sonnenkinderprojekt kennengelernt habe. Zusammen haben wir einen Stadtrundgang gemacht und waren am Strand.

Pausenhof

Pausenhof

 

06./07.09.2018

Am Donnerstag und Freitag habe ich vormittags in der Grundschule gearbeitet. Die Kinder haben an den beiden Tagen Kitney Bohnen, Mais und andere Samen angepflanzt. Zuerst sollten sie die Saat in Watte einpacken und diese dann in eine Schachtel legen und bewässern. Jeder Schüler soll hierzu ein Tagebuch führen, womit man den Weg der Pflanze nachvollziehen kann. 

Außerdem habe ich mit meinem Recycling-Projekt angefangen. In einigen Fluren der Grundschule stehen nun Pappkisten, in welchen der Müll nach Plastik, Papier und Biomüll sortiert werden kann. 

In einer Stunde am Donnerstag durfte ich den 2. Klässlern einige Sätze deutsch beibringen. „Hallo, wie geht es dir?“ hörte man von der Klasse im Chor. Aber auch ich habe versucht ein wenig Afrikaans zu lernen, das ist schwieriger als ich dachte, aber viele Wörter sind nahezu identisch im Deutschen und Niederländischen.

Bohnenpflanzaktion mit Klasse 2B Anfang

Bohnenpflanzaktion mit Klasse 2B Anfang

 

08./09.09.2018

Mein Wochenende habe ich mit meinen namibischen Freunden verbracht. Am Samstag habe ich zwei Freunde aus dem Austauschprojekt des Sonnenkinderprojekts 2017/2018 wiedergetroffen. Zusammen waren wir auf dem Steg und haben von dort auf den Ozean und die Wüste geguckt. Danach sind wir in das Aquarium gegangen und haben uns dort die verschiedenen Fische und auch Haie aus der Nähe angesehen. Der Rest des Tages wurde mit Fast Food vom „Hungry Lion“, einer Kugel Schokoladeneis und Geschichten aus dem Projekt gefüllt.

Am Sonntag wurde ich zu der Geburtstagsfeier eines Freundes aus dem Projekt 2015/2016 eingeladen. Zusammen mit zwei anderen, die ich aus diesem Austausch kannte, waren wir in der Nähe von Mondesa, dem ärmeren Viertel von Swakopmund unterwegs, haben Hühnchen mit „Fat cake“ und Rinderhufe gegessen und Erlebnisse der letzten vergangenen zwei Jahre ausgetauscht.

Abends bin ich mit meiner Gastfamilie und den Hunden in die Dünen gefahren. Dort konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten.

 

10.09.2018 - 14.09.2018

Der Montag startete mit dichtem Nebel, sodass man nur maximal 100 Meter “klare Sichtweite“ hatte. In der Swakopmund Primary School wurde ich wieder in der 2B bei Ms Jackobs eingesetzt. Dort habe ich aus alten Kartons im Rahmen meines Recyclingprojekts Würfel gebastelt, welche nun für den Mathematikunterricht verwendet werden können.

Dienstag war ich vor der Pause in einer 1. Klasse zu Besuch. Die Kleinen waren sehr aufgedreht und haben nicht immer das gemacht, was die Lehrerin wollte. Die allgemeine Unruhe kam aber auch aus der Klassengröße; 40 Schüler*innen in einer Klasse und dann Erstklässler.

Am Mittwoch hatten sich die Kinder der 2B ihre Samen angeschaut, welche sie zuvor die Woche gesäht haben. Viele konnten schon feststellen, dass sich kleine Wurzeln gebildet haben. Nach der Pause sind wir im PE- Unterricht (Sport) mit dem FSJler aus Deutschland, welcher den gesamten Sportunterricht an der Schule betreut, rausgegangen und haben spielerischen Sportunterricht gemacht, so auch mit dem Spiel “hungry lion“, welches wie „Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser“ aufgebaut ist. Danach haben wir noch mit den mitgebrachten Spielzeugen gespielt, welche bei den Kindern sehr beliebt waren.

Da die Lehrerin der 2. Klasse am Donnerstag und Freitag nicht da war, sollte ich ihren Unterricht übernehmen und den Kindern schriftliches Addieren, Runden auf 10er Stellen und Lesen beibringen. Dies war eine extreme Herausforderung, zum einen, da ich gleichzeitig auf 35-40 Kinder aufpassen musste, zum anderen da der gesamte Unterricht auf Englisch gemacht werden musste. Nach der großen Pause stand dann noch Kunst auf dem Plan, wo ich mit den Kindern aus Naturmaterialien im Rahmen des Umweltprojekts Bilder gestaltet habe. Letztendlich war ich allerdings sehr froh, dass eine Hilfslehrkraft am Freitag mit in den Unterricht kam und für die nötige Ruhe gesorgt hat. Zusammen haben wir den 35-40 Schülern den „Macarena-Tanz“ beigebracht.

 

Bohnenpflanzaktion mit Klasse 2B

Bohnenpflanzaktion mit Klasse 2B

Sportunttericht Hungry Lion

Sportunttericht Hungry Lion

 

15.09./16.09.2018

Am Samstag durfte ich mit vier Rädern durch die Wüste fahren - eine Quadtour. Anfangs war es schwierig richtig zu lenken und man hatte Angst, dass man irgendwo im Sand hängen bleibt, nachdem man sich an das Gefühl aber gewöhnt hat, war es einfach faszinierend. An einigen Stellen sind wir angehalten um Fotos machen zu können, einmal wurde mir erklärt, dass im Sand viel Eisen ist und er dadurch magnetisch ist. Der Höhepunkt war der Halt mit Sicht auf den Ozean; von der Wüste aufs Meer schauen, ein atemberaubendes Gefühl. Nach einer Stunde war die Tour dann allerdings vorbei und ich war froh, dass meine Finger noch da waren und nicht abgefroren sind.

Sonntags bin ich mit meiner Gastfamilie früh morgens losgefahren Richtung Wüste. Dort sind wir bei über 25°C vielen Wildtieren begegnet; so zum Beispiel Straußen, Zebras, Erdmännchen und sogar einer Giraffe. Es war ein total tolles Gefühl “Zootiere“ in freier Wildbahn zu sehen. Einen kurzen Zwischenstop legten wir an einem "Damm" ein, in welchem sich aber zur Zeit kein Wasser befand. Stattdessen wuchsen auf dem Grund nun Bäume und der Boden bekam Risse. Weiter ging es durch eine kleine Grünzone zum Blutberg. Wenn die Sonne auf den Berg scheint im Abendrot wirkt es so, als ob Blut den Berg hinunterlaufen würde. Mitten in der Wüste gab es einige "Campingstellen". Erkennen konnte man diese an einer Tischgruppe, einem Dixi-Klo, sowie einem Schild mit der Aufschrift "Camping".

Später sind wir zu einem Ort gefahren, der hier unter „Moonlandscape“ bekannt ist. Auf dem Weg sind wir über eine Straße gefahren, an welcher besondere Pflanzen wachsen - die Welwitschiepflanze. Sie hat nur zwei Blätter und wird in dieser Gegend besonders geschützt. In der Moonlandscape angekommen fuhren wir durch die Hügel und Berge, es wirkte tatsächlich so, als ob man auf dem Mond Auto fährt. Inmitten der Berge war eine kleine Oase, bei welcher wir eine Pause einlegten und uns nach der sieben stündigen Fahrt erholten.

Quadtour Wüste

Quadtour Wüste

Welcome to the Namib Desert 2018

Welcome to the Namib Desert 2018

Giraffe in der Wüste

Giraffe in der Wüste

Strauße in der Wüste

Strauße in der Wüste

Erdmännchen in der Wüste

Erdmännchen in der Wüste

Welwitschiepflanze

Welwitschiepflanze

 

17.09./18.09.2018

In dieser Woche habe ich angefangen an dem Schulgartenprojekt zu arbeiten. Neben dem bisherigen Schulgarten, in welchem momentan größtenteil Spinat wächst, werden wir in den nächsten Wochen einen neuen Garten, den „SonnenKinder-Garten“, anlegen. In diesem sollen Obstbäume wachsen und eine Ecke wird genutzt, damit wir eigenen Kompost für alle Pflanzen herstellen können. Außerdem kam die Idee auf einen Barfußpfad anzulegen, allerdings wird er nun bei der Vorschule angelegt.

 

19.08.2018

Heute war ich mit den 27 besten Schülern des fünften Jahrgangs im Swakopmunder Museum. Zuerst sind wir von der Schule Richtung Stadt gelaufen. Auf dem Weg am Strand entlang haben wir zusammen Müll gesammelt im Rahmen des Recyclingprojektes. Die Schülergruppe wurde ich kleine Gruppen von 2-4 Leuten aufgeteilt und wer zum Schluss am meisten Müll gesammelt hatte, hat einen Preis bekommen. Dabei wurde allerdings betont, dass nur der Müll aufgehoben und gesammelt werden soll, der normalerweise nicht in der Natur vorkommt. Am Museum angekommen gab es zuerst einen Workshop zum Thema Recycling. Die Schüler haben aus einem Stück Papier Ohrringe gebastelt, aus einer Zeitung, etwas Stoff und Kartonresten eine traditionelle Kopfbedeckung der Hereros. Nach dem Workshop konnten sich die Jugendlichen noch im Museum umschauen.

Ich bin direkt nach dem Workshop zur Namib High School gegangen und habe dort die Klimascouts wiedergetroffen, die dieses Jahr nach Deutschland gereist sind. Zusammen mit einigen war ich im Physik- und Geografieunterricht, wobei mich letzteres an den deutschen Politikunterricht erinnerte.

Projekt im Museum

Projekt im Museum

 

21.09.2018

An diesem Tag fand an der Swakopmund Primary School der jährliche Culture-Day statt. Alle Kulturen aus Namibia, die es an der Schule gibt, stellten sich mit einer Performance kurz vor. Viele zeigten typische Tänze, oder auch Hochzeiten, einige erzählten einfach nur, worum es in ihrer Kultur geht und sangen typische Lieder. Die größten Gruppen waren die Damara, die Coloured-People, sowie die Hereros. Am ähnlichsten zur deutschen Kultur waren die Afrikaans und die Basters. 

Nach den Aufführungen stellte jede Gruppe auch typisches Essen aus der Kultur vor. Bei einigen gab es Fat Cake mit Eselfleisch, eine Kultur hatte Kuchen serviert, Reis mit Hühnchenvariationen gab es ebenfalls. Eine Kultur hatte Schafsmagen und Schafsinnereien vorgestellt, die Haut vom Schafsmagen hatte die Konsistenz eines Kaugummis. Zusammen mit dem anderen Freiwilligen aus Deutschland haben wir uns für unsere Kultur Wiener Würstchen mit Senf, Salzbrezeln und Haribo verteilt. Wir hatten sogar original deutsche Ware zur Verfügung, da es hier in so gut wie jedem Supermarkt eine Importabteilung für deutsche Kost gibt, natürlich aber für sehr viel Geld; umgerechnet kann man hier eine normalgroße Tüte Haribo für umgerechnet 2,50€ kaufen oder Milka für 3€. 

Insgesamt war der Tag sehr schön und ih habe viel über die unterschiedlichen Kulturen erfahren. Außerdem weiß ich jetzt, dass ich nicht so gerne Schafsmagen esse.

Culture Day

Culture Day

Schafsmagen

Schafsmagen

 

22.09./23.09.2018

Samstag Mittag ging es los zur Farm meiner Gasteltern im Norden des Landes in der Nähe von Khorixas. Nach einer vierstündigen Autofahrt über Schotterwege vorbei an einigen Kulturstämmen des Landes kamen wir am Abend an der Farm an. Nachdem ich mich etwas umgesehen habe, bin ich mit meinen Gasteltern zum "Damm" gegangen, eine Wasserstelle, an welcher die Tiere trinken können. Als die Dämmerung eintrat gingen wir zurück, da es dann auch sehr schnell dunkel wurde. Selbst zu der Zeit waren es noch über 25°C auf der Farm und selbst in der Nacht kühlte es nicht viel mehr ab. Ich habe auf der Ladefläche des Pick-ups übernachtet und konnte somit die ganze Nacht den wunderschönen Sternenhimmel beobachten. Morgens habe ich durch einen Baum einen wunderschönen Sonnenaufgang gesehen. Nach einem großen Frühstück mit Bacon und Ei ging es mit dem Pick-up los zum Farmgelände, welches sich über 8000ha ausbreitet. Mir wurde aber erklärt, dass man die Landwirtschaft hier nicht mit der in Deutschland vergleichen könne, da man zum Beispiel nichts anbauen kann und viele Flächen mit Sträuchern bewachsen sind, die die Tiere zum Fressen benötigen. Insgesamt leben 30 Rinder momentan auf der Farm, dies liegt an der Trockenheit und daran, dass man sich die Weide gut einteilen muss, damit die Tiere überleben können. Den ersten Halt machten wir bei einem Bohrloch und einer kleinen Solarzelle, da hier etwas repariert werden musste. Dort trafen wir auch auf den Sohn der Gastfamilie, welcher mit einigen anderen auf der Jagd nach Wild war. Als alles repariert war ging es zu noch zwei weiteren Bohrlöchern, welche repariert wurden. Zur Mittagszeit (11:30Uhr) waren es dann ca. 33°C auf der Farm. Nach einem stärkenden Mittagessen brachen wir nachmittags wieder Richtung Swakopmund auf, wo wir nach der langen Fahrt im dunklen ankamen.

Bei dieser Reise habe ich viele neue Dinge gelernt, besonders über die Landwirtschaft in Namibia und die Geschichte einiger Farmen, aber auch, dass man mitten im nirgendwo LTE Netz hat und jederzeit mit der Außenwelt in Kontakt stehen konnte.

 

24.09.-28.09.2018

Am Montag habe ich mit meinem Sinnesgarten für die Vorschulkinder angefangen. Acht Löcher mit je 65x65x20cm waren am Ende des Tages im Garten zu sehen.

Dienstag habe ich angefangen einige Löcher mit Naturmaterialien zu befüllen, darunter waren Gras, große Steine, sowie kleine Schottersteine. Die großen Steine habe ich am Strand und auf dem Schulgelände gefunden, wobei es viel Arbeit war diese in den Vorschulgarten zu bringen. Nach einem kurzen Sicherheitscheck waren diese drei Felder schonmal fertig.

Diesen Mittwoch war in der Schule eine Patin eines Sonnenkindes in der Schule und hat ihr Patenkind besucht. Nachdem ich ihr die Schule gezeigt habe, sind wir zu ihrem Patenkind gegangen, welches einige Geschenke erhielt. Am Anfang war sie noch etwas schüchtern, als die Patin allerdings wieder abreiste, konnte man leichte Tränen in den Augen sehen.

Um mit meinem Barfußpfad weiter machen zu können, bin ich am Donnerstag zum Baumarkt gegangen und habe als Unterlage schwarze Folie gekauft, welche ich später versucht habe richtig zuzuscheniden. Dies misslang allerdings etwas, da die Folie zu schmal war. Den restlichen Vormittag verbrachte ich dann in der Vorschulklasse, wobei auffiel, dass diese wesentlich leiser waren, als die 2. Klässler. Nachmittags ging es für mich dann das erste Mal zum Sport; im Bootcamp, wie man es nennt geht es besonders um Ausdauer und Krafttraining, zu vergleichen etwa mit einem Fitnessstudio, allerdings ohne die Hightech-Fitnessgeräte.

Am Freitag war ich wieder in der 2B, wobei ich mit einigen zusammen in der Schulgarten gegangen bin und dort die in Watte vorbereiteten Samen eingepflanzt habe. Die Kinder haben zuerst eine Kuhle in die Erde gemacht, dort dann die kleinen Pflanzen mit der Wurzel nach unten hineingestellt, Erde darübergegeben und diese zum Schluss bewässert. Alle hatten viel Spaß an der Aktion und haben sich extra noch Schilder gebastelt, auf welchen ihr Name und die Pflanzenarten standen, die sie eingesäht hatten.

Löcher im Sinnesgarten

Löcher im Sinnesgarten

Befüllte Löcher mit schwarzer Folie

Befüllte Löcher mit schwarzer Folie

Vorschulklasse

Vorschulklasse

Bootcamp Übungen

Bootcamp Übungen

Saat im Garten pflanzen

Saat im Garten pflanzen

 

29.09./30.09.2018

Samstags habe ich morgens an einem Parkrun teilgenommen, 5km laufen. Dieser Lauf findet jeden Samstag um 8:00Uhr an der Strand Straße statt. Es sind ca 25 Leute mitgelaufen, darunter sowohl Ältere als auch Jüngere, eigentlich waren ab einem Alter von ca 8 Jahren alle Altersklassen anwesend. Am Ende bekam jeder seine Zeit genannt, die er für die Strecke gebraucht hat.

Am Sonntag war ich einkaufen, eine sehr praktische Sache, da man so schnell nocheinmal etwas besorgen kann, wenn man etwas vergessen hat.

 

01.10.-05.10.2018

Montag und Dienstag war ich zu Besuch in der Gehörlosenklasse. Nur 7 Schüler sitzen in einem Klassenraum und unterhalten sich mit ihren zwei Lehrern in Gebärdensprache. Auch ich habe versucht einige Begriffe und Zeichen zu lernen, so kann ich in der Gebärdensprache hier schon: fox, school, house, home, soccer, hello, good, mother, father und viele andere Begriffe sagen. Außerdem wurde mir beigebracht meinen Namen mit dem Fingeralphabet zu sagen.

Am Mittwoch war ich erneut in der Klasse 2B und habe der Lehrerin bei der Unterrichtsvorbereitung geholfen. Außerdem war ich mit zwei weiteren Kindern im Garten und habe deren Saat eingepflanzt. Als die Schule zuende war haben sich alle Lehrer im Lehrerzimmer versammelt und gemeinsam Mittag gegessen - der Anlass: Vorbereitung auf den "Teacher Day".

Donnerstag habe ich mich erneut um den Sinnesgarten gekümmert und mir eine Alternative zu der schwarzen Flie überlegt. Ich werde es nun nächste Woche mit Zement versuchen. Nach der Pause sollte ich drei Klasse als Vertretung in P.E. (Sport) unterrichten. Zwei der drei Klassen mussten allerdings aufgrund von Unruhe die Sportstunde ausfallen lassen. Abends habe ich mich zum Pizzaessen mit meinen namibischen Freunden verabredet - auf der Speisekarte: Triple-Pizza, drei Schichten Pizza übereinander und dazu ein Aloe Vera Getränk mit Aloe Vera Stückchen, hier anscheinend sehr beliebt, ich persönlich fand es eher gewöhnungsbedürftig.

Am Freitag hatte ich einen freien Tag, da der "World Teacher Day" war. Alle Lehrer, und dementsprechend auch die Schüler, an staatlichen Schule in Namibia haben an diesem Tag frei und können ihn anderweitig nutzen.

Gehörlosenklasse

Gehörlosenklasse

Sportunterricht

Sportunterricht

Triple-Pizza

Triple-Pizza

 

06.10./07.10.2018

Am Samstagabend wurden wir von Freunden der Familie zum Braai (Grillen) eingeladen. Hier wurde mir von den zwei Töchtern erklärt, dass das Grillen in Deutschland etwas vollkommen anderes sei, als hier. Die meisten von den weißen Leuten in Namibia besitzen sogar einen extra "Braai-Raum", hierdrin sind ein eingebauter Ofengrill, sowie auch Tische, für die Braai-Feten; denn gebraait wird als Gruppe mit Freunden und Familie. Unser Grillen (draußen im Sommer) ist dafür hier eher eine "Notlösung" und eher wie normales Abendessen.

Sonntag war ich mit meinem Gastvater beim Schießstand in der Nähe der Wüste. Auf 100 Meter habe ich mit einem Gewehr auf eine kleine Zielscheibe geschossen, und teilweise tatsächlich getroffen. Danach habe ich mit einem Jagdgewehr auf Dosen und Patronenhülsen in 50 Meter Entfernung geschossen. Es war nicht einfach, aber mit einer ruhigen Hand hat man das ein oder andere Ziel getroffen.

Nachmittags bin ich zu einer Konfirmation eingeladen worden. Sie unterschied sich nicht viel zu den Konfirmationen in Deutschland. Es wurden allerdings traditionelle Lieder gesungen und es gab traditionelle Kost. Anwesend waren neben der Familie auch Freunde und Bekannte.

Schießstand

Schießstand

 

08.10-12.10.2018

Am ersten Tag dieser Woche war ich nicht in der Grundschule, sondern mit meinen Freunden an der Namib High School und habe diese zum Unterricht begleitet. So lernte ich Fächer wie Deutsch, Biologie, Mathematik, Physik/Chemie, Erdkunde und Englisch kennen. Deutsch habe ich als Zweitsprache besucht, dafür Englisch als Muttersprache auf erhöhtem Niveau.

Dienstag ging es dann zurück in die Primary School. Eigentlich wollte ich mich weiter um den Sinnesgarten und die Recyclingboxen kümmern, leider fehlten mir dafür Materialien. Stattdessen machte ich mir also einen Plan, wann ich in der nächsten Woche was erledigen muss. Außerdem schaffte ich es ein weiteres Loch im Barfußpfad mit Palmenblättern zu befüllen.

Am Mittwoch war die Lehrerin wieder da, die sich zusammen mit mir um das Recycling-Projekt kümmert. Wir erstellten einen Plan, was jetzt alles für die Umsetzung der Ideen benötigt wird und beschlossen unter Anderem ein Umwelt-AG anzubieten, in welcher sich Freiwillige und die Sonnenkinder sich um den Schulgarten kümmern und das Recycling-Projekt fortführen.

Donnerstag und Freitag war ich die gesamte Schulzeit mit den Briefen der Sonnenkinder beschäftigt, welche für die Paten in Deutschland zu Weihnachten geschrieben werden. Außerdem war ich am Donnerstag mit der Schwiegertochter der Gastfamilie an der Coastal High School um dort 10 weitere Sonnenkinder in das Projekt aufzunehmen.

Palmenblätter im Barfußpfad

Palmenblätter im Barfußpfad