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Kreative Lösungen für den Alltag - Ergebnisse der Sulinger Gymnasiasten überzeugen die Unternehmen

Social Media, Nachhaltigkeit und Mitarbeitergewinnung – mit diesen und anderen Stichworten befassten sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe elf des Gymnasiums Sulingen im Auftrag von 21 heimischen Unternehmen und Behörden. Ihre Ergebnisse aus dem Projekt „Digitale Lernallianzen“ präsentierten sie jetzt in der Schule.

Zum zweiten Mal beteiligte sich das Gymnasium am Projekt, das von der Handwerkskammer Hannover Projekt- und Servicegesellschaft mbH (PSG) organisiert wird, gefördert von der Agentur für Arbeit und aus dem Europäischen Sozialfonds. Dabei stellten die 21 teilnehmenden Unternehmen den Schülern in kleinen Gruppen jeweils eine Aufgabe, die sie nach einem Besuch im jeweiligen Betrieb zu erfüllen hatten. „Das sind sehr, sehr tolle Ergebnisse“, lobte Stephanie Wirth von der PSG, „die Unternehmen waren zufrieden bis überrascht von den ,jungen Perspektiven‘.“ Teilweise hätten sich die Vertreter der Firmen gewundert, mit welch einfachen Ideen ihre Anforderungen kreativ umgesetzt wurden. In der Regel seien die Ergebnisse fertig zur Umsetzung, beispielsweise habe die Tischlerei Wilkens aus Harbergen diesmal ein Roll-Up dabei, das von Schülern bei einer früheren Auflage des Projekts gestaltet worden sei.

Die „Digitalen Lernallianzen“ gebe es derzeit in fünf Landkreisen in Niedersachsen, im Landkreis Diepholz im siebten Jahr. „Es ist zwar ein Projekt der Handwerkskammer, aber es steht allen Wirtschaftsbereichen offen – es funktioniert für viele Bereiche, dass die Jugendlichen sich für die Berufe interessieren.“

Mit ganz unterschiedlichen Aufgabenstellungen waren die Unternehmen an die Gymnasiasten herangetreten. So wünschte sich die Lebenshilfe Grafschaft Diepholz ein Konzept für einen Messestand, der vor allem bei Berufsmessen zum Einsatz kommen soll. „Die Idee dahinter ist, dass junge Menschen am besten wissen, was junge Menschen anspricht“, erläuterte Carsten Schlotmann für die Lebenshilfe. Man nehme bereits zum dritten Mal teil: Bei der Premiere sei überprüft worden, wie bekannt die Möglichkeit des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) bei der Lebenshilfe ist, beim zweiten Mal sei eine Werbekampagne für das FSJ in den sozialen Medien erarbeitet worden. Das Messestandkonzept der Schüler sei gut angekommen, und die ersten Elemente – wie Jutetaschen als Merchandiseartikel – seien bereits produziert worden. Lob äußerte er nicht nur für die Schüler: „Die Handwerkskammer macht einen guten Job, angefangen beim Kennenlernen über die Praxistage bis zur Präsentation“, sagte Schlotmann. Die Lebenshilfe habe sich bereits angemeldet für den nächsten Durchgang.

Mit einer ganz anderen Aufgabenstellung war die Volksbank Niedersachsen-Mitte eG an die Schüler herangetreten: Sie sollten eine Bankfiliale nach ihren Vorstellungen und Wünschen entwerfen. „Sie haben ein ganz wundervolles Modell aus ihrer Perspektive gebaut“, lobte Ausbildungsleiterin Tina Bulmahn, „ganz kreativ und ,out of the box‘.“ Erstaunlicherweise sei das Ergebnis gar nicht so weit weg von modernen Filialen – grün und nachhaltig –, aber für Sulingen sehe das Modell einen Freizeitraum für Jugendliche vor mit verschiedenen Angeboten und einem großen Fenster, von dem aus die Ankunft der Busse am ZOB verfolgt werden kann. „Wir werden überlegen, wie wir die Vorschläge umsetzen können“, kündigte Bulmahn an.

Die sozialen Medien im Fokus hatte die Unternehmensgruppe „Gerdes + Landwehr“: Aufgabe der Schüler war es, die Gruppe als attraktiven Ausbildungsbetrieb anhand von vier Ausbildungsberufen darzustellen. Es entstanden Kurzfilme für Instagram, die in Kürze online gehen sollen. „Wir wollten den ,jungen Blick‘ “, sagte Werner Focke für das Unternehmen. Sein Kollege Pius Brackmann ergänzte: „Die jungen Leute haben heute ganz andere Ansprüche an den Beruf.“

Beim Praxistag hätten sie sich ein eigenes Bild vom Unternehmen machen können, berichtete Jelka Brüning, die sich mit Mia Gödeker, Carlotta Brüning und Leonie Zajonc der Aufgabe annahm. Die Berufe, die vorgestellt werden sollten, seien vorgegeben gewesen, aber „wir hatten viel Freiraum“. Die Gruppe habe das Gefühl, dass es im Unternehmen auch viele relativ junge Mitarbeiter gebe: „Wir sind ja auch im ,Azubi-Alter‘ und haben uns überlegt, was uns ansprechen würde.“

Am meisten überrascht habe sie das Thema Nachhaltigkeit im Fuhrpark, verriet Mia Gödeker. Das sei auch als besonderer Punkt in der Präsentation angemerkt worden. Für Instagram als Kanal habe sich die Gruppe entschieden, weil das Unternehmen dort schon vertreten ist und darüber vieles geteilt werde: „Die meisten Altersgruppen sind da vertreten.“

Aus der Sulinger Kreiszeitung vom 14.06.2024

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