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"Informatik ist zu wichtig, um sie allein den Männern zu überlassen" - Schülerinnen beim "5th European Symposion on Gender and ICT"

Vier Schülerinnen des Mädchenkurses Informatik vertauschten für zwei Tage die Schulbank in Sulingen mit dem Hörsaal in Bremen. Eine internationale Konferenz beriet dort über die Rolle von Frauen in den Informationstechnologien. "Informatik ist zu wichtig, um sie allein den Männern zu überlassen", so begrüßte Professorin Maass von der Universität Bremen im Namen des Organisationskomitees die überwiegend weiblichen Teilnehmer aus mehr als 15 Ländern. Besondere Herausforderung für die Schülerinnen: die Konferenzsprache war ausschließlich Englisch. "Am Anfang konnte ich nur wenig verstehen", so Saskia Plate, "aber am zweiten Tag bekam man immer mehr mit."

"Informatik verbindet Menschen", stellte Mareike Albers fest. Mit Christina Pöpper von der Universität Zürich tauschte sie sich über die Frage aus, wie man Schülerinnen für das Studium der Informatik gewinnen kann. Für Mädchen stehen drei Dinge im Vordergrund: die wachsende Bedeutung des Faches, Neugier und der Spaß an der Arbeit mit Computern, so ein Ergebnis der Konferenz. Auch Diana Schimke vom bundesweiten Projekt "Cybermentor" zeigte sich interessiert an den Erfahrungen der Sulinger.

Im Reigen der vierzig Fachvorträge wurde auch der Mädchenkurs Informatik am Gymnasium Sulingen vorgestellt. Frau Professor Schreiber, die seitens der Hochschule Bremen das Projekt betreut, betonte in ihrer vorläufigen Auswertung den praxisbezogenen Ansatz, der sich von vielen Untersuchungen abhebe, die lediglich bei der Analyse von Unterschieden verharrten. Die Grundidee des Kurses ist, dass die Schülerinnen in Klasse 10 ohne männliche Konkurrenz ein Jahr lang Selbstvertrauen im Umgang mit dem Computer gewinnen, um sich dann in den beiden letzten Jahren bis zum Abitur in den gemischten Kursen zu behaupten. Besonders erfreulich sei der hohe Prozentsatz von Mädchen, die Informatik weiterbelegen möchten. Mit 75% der Teilnehmerinnen sei hier ein Spitzenwert erreicht. Auch Mädchen aus gemischten Kursen würden ermutigt, das Fach weiterzuführen, weil es nicht mehr als reine Männerdomäne angesehen würde.

"Durch diese hohe Nachfrage können wir im kommenden Schuljahr Informatik nicht nur auf grundlegendem, sondern auch auf erhöhtem Niveau anbieten", so Dr. Hasselhorn für die Fachschaft Informatik. Bereits jetzt zeichne sich ab, dass die kommenden Kurse in der Qualifikationsstufe nicht nur wie in vielen Fällen Jungenkurse mit einem oder zwei Mädchen seien, sondern echt gemischte Kurse. "Ich studiere Informatik und finde es gut, dass ich dabei nicht von Frauen abgelenkt werde", so wurde ein Student aus Zürich auf der Konferenz zitiert. In Sulingen sind diese Zeiten vorbei.

Verfasser: Timpke