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„Aufgrund der vorliegenden Weisungen...“ - Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit den Eichmann-Protokollen

SULINGEN Adolf Eichmann (1906-1962) billigt man als Organisator für die Transporte in die Vernichtungslager eine entscheidende Rolle bei der Ausrottung des jüdischen Volkes zu. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Sulingen beschäftigten sich am 27.01. mit dem Leben und Wirken des SS-Obersturmbannführers – vorgetragen von den hannoverschen Schauspielern Rudolf Höhn und Bernd Surholt. Claudia von Klitzing, Fachobfrau des Faches Geschichte am Gymnasium Sulingen, hatte das Ensemble mit der szenischen Lesung, die in Zusammenarbeit mit Harald Schandry von den „hannoverschen Kammerspielen“ erarbeitet worden war, verpflichtet. „Arzt hätte ich nicht werden dürfen - Die Eichmann-Protokolle“, lautete der Titel der gut 50-minütigen Lesung aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus sowie des 65. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

„Das sind keine persönlichen Entscheidungen gewesen. Wäre ich nicht dort gewesen, irgendjemand anderer hätte dieselben Entscheidungen treffen müssen, auf Grund der vorliegenden Weisungen, Verordnungen und Erlasse...“, rechtfertigte sich Eichmann in den von Bernd Surholt vorgetragenen Protokollen. Die szenische Lesung basiert auf Tonbandaufzeichnungen der israelischen Verhöroffiziere. Eichmann, 1960 nach Israel entführt, dort vor Gericht gestellt und zwei Jahre später hingerichtet, weist in seinen Rechtfertigungen jede Mitverantwortungen an den Massenvernichtungen von sich. Nach der Lesung diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit den Schauspielern.

 

Aus der Sulinger Kreiszeitung vom 28.01.2010

 

Verfasser: Timpke