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In Namibia hat sie Connections - Sulingerin Josephine Schmidt arbeitet drei Monate ihres FÖJ an Schule in Swakopmund

Was erwartet Josephine Schmidt in Namibia? „Hitze?“, vermutet sie grinsend. „Spaß“, darauf hofft die 18-jährige Sulingerin, die in diesem Jahr ihr Abitur gemacht hat. Und ganz sicher: Arbeit. Anfang August begann ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) am Gymnasium Sulingen, von dem sie drei Monate an der Swakopmund Primary School im Einsatz sein wird – am Samstag steigt sie in den Flieger.

Gute Reise wünschten ihr am Donnerstag im Gymnasium dessen stellvertretender Leiter Friedrich Knispel, Arthur Rohlfing, Gründer und Vorsitzender des Vereins Sonnenkinderprojekt Namibia und Margot Wilhelmi, die an der Schule die Klimascout AG betreut. Klimascout war Josephine auch. „Sie ist ja ,befördert‘ worden“, lacht Rohlfing, der das Projekt, ein Schüleraustausch mit ökologischem Schwerpunkt, 2014 initiiert hatte. Und auch die Einrichtung des Freiwilligen Ökologischen Jahres am Gymnasium begleitete: Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst „Weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat, in Kooperation mit der Schule und dem „Sonnenkinderprojekt“, das FÖJ zum Nord-Süd-Austausch im April 2017 aus der Taufe gehoben. Der Wunsch dazu bestand aufseiten des Gymnasiums, und da dieses seit Jahren Partnerschule des Sonnenkinderprojektes ist, kann man auf gewachsene Strukturen in Namibia zurückgreifen. „Einige gehen für ein Entwicklungsprojekt nach Ghana, nach Tansania, Togo. Einer sogar in den Kongo“, hat Josephine bei einem Vorbereitungsseminar erfahren. Mit den Klimascouts ist sie schon einmal nach Swakompund gereist, ihre Familie nahm Jugendliche von der Namib High School auf – den jüngsten Besuch von Klimascouts aus Namibia am Gymnasium in diesem Monat (wir berichteten) begleitete sie schon „in offizieller Mission“ als FÖJ-lerin. Sie hat also „Connections“ in Namibia, „ich habe Leute kennengelernt, die ich gerne wiedersehen möchte.“ Ein Grund, warum sie sich um das FÖJ beworben hat.

„Es ist, ebenso wie das FSJ, ein Orientierungsjahr“, stellt Friedrich Knispel fest. Gerade heute sei es wichtig, dass man andere Kulturen kennenlernt und auch versteht. Orientierung soll es auch in beruflicher Hinsicht ermöglichen, deswegen wird Josephine nach ihrer Rückkehr am Gymnasium nicht ausschließlich Klimaschutzprojekte realisieren, in der Klimascout AG und der Schülerfirma „One World Shop“ mitmischen, sondern auch in den anderen Arbeitsgemeinschaften.

Theater, Musik, da ist Josephine ohnehin aktiv und kann sich vorstellen, beruflich in diese Richtung zu gehen. „Oder in den Katastrophenschutz.“ Schließlich ist sie Leiterin beim Jugendrotkreuz, da ist ihr auch vor dem Umgang mit den Grundschulkindern in Swakopmund nicht bange. Dort wird sie unter anderem ein Projekt zur Mülltrennung aufbauen. „Uns liegt sehr am Herzen, dass du den Schulgarten mit aufbaust“, betont Rohlfing, „bei der Schulspeisung gibt es so gut wie kein Gemüse.“ Und wie sieht es in der 18- Jährigen angesichts des bevorstehenden Aufbruchs zu drei Monaten weit weg von Zuhause aus? „Ich bin sehr nervös“, bekennt Josephine. „Sehr nervös...“ Arthur Rohlfing kann sie da beruhigen: Mit dem Ehepaar, bei dem sie wohnen wird, ist er seit Jahren befreundet. „Du wirst einiges zu sehen bekommen, was man als Tourist nicht mitkriegt.“

Aus der Sulinger Kreiszeitung vom 31.08.2018