Benutzer:

Passwort:

 

Allgemein

Regatta in der Pausenhalle - Gymnasiasten bauen „Knatterboote“ / Stiftung Niedersachsen Metall sponsert

Ein Rennen, bei dem das Starten der Motoren verblüfftes Lachen auslöst, erlebt man auch nicht alle Tage: Was die knapp 150 Schülerinnen und Schüler aus den siebten Klassen des Gymnasiums Sulingen gebaut haben, nennt sich zwar „Knatterboot“ – aber dass die Wasserimpulsantriebe der Vehikel tatsächlich klingen wie ein tuckernder Mini-Außenborder, hören viele der Kids am Mittwochmittag in der Pausenhalle an der Fünf-Meter-Wasserbahn zum ersten Mal.

Das Projekt ist ein Klassiker im Repertoire der Stiftung Niedersachsen Metall, die das benötigte Material, Geld- und Sachpreise zur Verfügung stellt. „Unsere Aufgabe ist alles, was mit Berufsorientierung zu tun hat. Wir wollen Kinder und Jugendliche an technische Berufe im Metall- und Elektrobereich heranführen“, erklärt Werner Gartz, Bildungsreferent der Stiftung, die 2003 vom Verband der Metallindustriellen Niedersachsens ins Leben gerufen wurde. In diesem Fall konnten die Siebtklässler ihr handwerkliches Geschick auf die Probe stellen: Zwei Klassen bauten am Dienstag, drei am Mittwochvormittag die Boote, schnitten das Aluminium zu und griffen zum Lötkolben. „Dafür, dass die meisten zum ersten Mal gelötet haben, lief es ganz gut“, bilanziert Oberstudienrat Karsten Schilke. Er und Kollege Hendrik Pils betreuten die Arbeit auf der „Werft“. „Einige hatten Schwierigkeiten, ihre Boote dicht zu bekommen, andere haben sich am Blech geschnitten. Aber es hat ihnen auf jeden Fall Spaß gemacht“, versichert Schilke. Dampf und Druck würden erst im Physikunterricht der zehnten Jahrgangsstufe eine Rolle spielen, das Projekt hält er trotzdem für sinnvoll: „Das Praktische ist es, was aus meiner Sicht im Gymnasium zu kurz kommt.“

Werner Gartz gibt per Feuerzeug Starthilfe: Eine Kerze heizt den „Kessel“, der Dampf presst das zuvor per Pipette eingefüllte Wasser aus Metallröhrchen, die aus dem Heck ragen, kondensiert dann. Es entsteht Unterdruck, der neues Wasser ansaugt, und so weiter. Die Bewegung der Metallmembran an der Oberseite des Kessels erzeugt das Knattergeräusch. Nicht bei allen Booten: Manche scheiden mit Motorschaden aus, andere laufen voll. Jedem Skipper, dessen Boot das Ziel erreicht, ist die Freude anzusehen – was am Ende auf der Stoppuhr steht, wollen sie aber auch gleich wissen.

Aus der Sulinger Kreiszeitung vom 27.09.2018