Benutzer:

Passwort:

 

Allgemein

Regina Bömer in den Ruhestand verabschiedet - Schulleiterin Ute Lüßmann betont das einzigartige Engagement

Der Halbjahreswechsel war verbunden mit der Verabschiedung von Oberstudienrätin Regina Bömer in den Ruhestand. Schulleiterin Ute Lüßmann bedankte sich im Rahmen einer Dienstbesprechung bei der künftigen Pensionärin für ihr großes Engagement mit den Worten: „Du bist einzigartig!“

Dies ließe sich an vielen Beispielen belegen: So war Frau Bömer für viele Jahre die einzige Lehrerin mit einer Lehrbefähigung für katholische Religion und die einzige Beratungslehrerin. Zudem ist sie die einzige Trägerin des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Kollegium – 2006 verliehen durch den damaligen Bundespräsidenten, Herrn Horst Köhler, im Schloss Bellevue für die Partnerschaftsarbeit mit afrikanischen Ländern.

Regina Bömer kam am 01.08.1991 von der Liebfrauenschule Vechta an das Sulinger Gymnasium mit den Fächern katholische Religion, Sport und Pädagogik. Kurze Zeit später schloss sie ihre Ausbildung als Beratungslehrerin ab und konnte fortan in dieser Funktion – später dann im Team mit Uwe Schmidt – unzähligen Schülerinnen und Schülern in schulischen wie auch in Lebenskrisen helfen. „Du hast uns alle mit dieser Arbeit in so wunderbarer Weise unterstützt“, hob Ute Lüßmann in ihrer sehr persönlichen Ansprache hervor. Aber auch über den schulischen Kontext hinaus zeigte Regina Bömer großes soziales Engagement im Bereich von Jugendarbeit und der Unterstützung von Familien. Zudem war sie viele Jahre als Schöffin beim Amtsgericht Diepholz tätig - insbesondere bei Fällen, in denen es um Jugendliche ging.

Schulisches und außerschulisches Wirken waren bei Regina Bömer stets eng miteinander verzahnt. Ute Lüßmann: „In deiner Arbeit liefen viele Stränge zusammen, du bist eine Netzwerkerin“. Bereits 1990 hatte sie in Barnstorf den Kinder- und Jugendzirkus „Barbarella“ gegründet. „Dein soziales Engagement, dein sportliches Geschick, dein Interesse an globalen Umweltthemen – alles fügte sich hier zusammen“, so die Schulleiterin weiter. Was sich als spannendes Hobby anhört, war auch für die Schule von großem Nutzen: Zirkusprojekte, Orientierungsrahmen globale Entwicklung, Trommelworkshops, Kinderkulturkarawane und nicht zuletzt die Zirkus-AG waren Folgen dieser Verzahnung.

Auch vom privaten Einsatz für die Dritte Welt konnte die Schule in hohem Maß profitieren: Frau Bömers Zuhause ist das „Welthaus“ in Barnstorf, eine Begegnungsstätte, die inzwischen vom Kultusministerium als sogenannter außerschulischer Lernort anerkannt worden ist. Auch hier setzte sie auf Kooperation mit dem Gymnasium Sulingen. So hat Frau Bömer eine internationale Partnerschaft mit dem Youth Council in Damongo in Nord-Ghana aufgebaut. Ebenfalls aus dieser Kooperation ist der schulische Dritte-Welt-Laden entstanden, der inzwischen One-World-Shop heißt. Und so wurde das Gymnasium Sulingen von einer Umweltschule zur „Umweltschule in Europa“, verknüpft mit dem Titel „Internationale Agenda 21-Schule“. Eng verbunden war damit die Arbeit am Orientierungsrahmen Globale Entwicklung, Projekttage und Ausstellungen wie globo log life, african kids, Klima und Ernährung und vieles andere mehr. „Alles das, was du hier an dieser Schule angestoßen, umgesetzt, mit Leben erfüllt hast, ist so vielfältig, dass es schwer ist, dem wirklich gerecht zu werden“, betonte Ute Lüßmann.

Die Schulleiterin ließ aber auch nachdenkliche Töne nicht aus: So ist Frau Bömers Drittfach Pädagogik seit mehreren Jahren nicht mehr an der Schule im Angebot. Das Fach „Darstellendes Spiel“, für das Regina Bömer 2006 im Rahmen einer Weiterbildung die Lehrfähigkeit erhielt, stehe vor einem starken Wandel.

Abschließend hob Ute Lüßmann hervor, dass es Regina Bömer gelungen sei, Räume von Geborgenheit in der Schule geschaffen zu haben, Räume zum gemeinsamen Feiern, Räume zum Trauern, wenn sie benötigt wurden, und Räume des Rückzuges, wenn es um ihre Beratungstätigkeit ging. „Diese Geborgenheit, die du für uns und für viele Schüler und Schülerinnen immer wieder aufgebaut hast, hat uns über lange Zeit unterstützt. Jetzt wünschen wir dir, dass du für dich Räume entdecken kannst, in denen auch du Geborgenheit für dich findest. Besonders wünschen wir dir natürlich, dass du das alles gesund genießen kannst. In unserer Zusammenarbeit mit dem Welthaus werden wir mit dir und deinem Mann sicher noch weiter zusammenarbeiten.“

Es schlossen sich Dankesworte der Fachschaften sowie des Personalrates an. Regina Bömer selbst verabschiedete sich mit einem Gedicht frei nach Wilhelm Busch: „Also lautet ein Beschluss: Dass der Mensch was lernen muss – nicht allein das ABC bringt den Menschen in die Höh‘; nicht allein am Schreiben, Lesen, übt sich ein vernünftig Wesen; nicht allein in Rechnungssachen soll der Mensch sich Mühe machen, sondern auch den Leib zu „stählen“, muss man ihn gehörig quälen, dass dies mit Verstand geschah, dazu war Regina Bömer da. Eben schließt in sanfter Ruh Regina ihre Halle zu. Und mit Ball und Notenheften nach besorgten Amtsgeschäften lenkt sie freudig ihre Schritte zu der heimatlichen Hütte. „Ach!“, spricht sie, „die größte Freud‘ ist doch die Zufriedenheit!“