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Förderpreis für ehemaligen Schüler Florian Hilbers (Abitur 2003) - Promotionsvorhaben beim Nobelpreisträger Prof. Dr. Dr. h.c. Hartmut Michel

KIRCHDORF (sis)Was soll ich bloß machen nach dem Abitur? Das fragte  ich 2003 Florian Hilbers aus Kirchdorf. In dem Jahr „baute“ er sein Abi am Gymnasium Sulingen. „Du bist doch gut in Biologie“, lautete ein Rat. Heute forscht Florian Hilbers bereits seit über einem Jahr für seine Doktorarbeit im Fach Biologie. Sein Doktorvater ist niemand Geringeres als der Nobelpreisträger Prof. Dr. Dr. h.c. Hartmut Michel.

Die Entscheidung für Biologie ist augenscheinlich die Richtige gewesen. „Mich interessieren einfach Fragestellungen aus der Biophysik, Mikrobiologie und Molekularbiologie“, erklärt der 26- Jährige. Nach dem Wehrdienst führt das Studium „Biologie der Zellen“ an die Universität Osnabrück. Sein Masterstudium kann Hilbers verkürzen: Das Masterprogramm absolviert er mit einer glatten 1,0 – dafür wird ihm ein Semester „geschenkt“. Das Thema der Masterarbeit: „Das Drehlager in der rotierenden EF1-ATPase“. Das kann man zwar im Internet recherchieren, Nicht-Biologen werden jedoch kaum die angezeigten wissenschaftlichen Texte verstehen. Kurz gefasst: Es geht um Enzyme und ihren Energieverbrauch. Da Florian Hilbers derzeit an seiner Promotion arbeitet: Beschäftigt sich der junge Forscher auch hier wieder mit dem Thema? „Nein, was anderes“, sagt Hilbers, aber nicht ganz weit entfernt ist die Fragestellung, denn erneut geht es um Enzyme –und warum sie so funktionieren wie sie funktionieren. Seit gut einem Jahr arbeitet Hilbers am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt an seiner Promotion, wird von Prof. Dr. Dr. h.c. Hartmut Michel als Doktorvater betreut. Und mittlerweile deutet sich für Florian Hilbers auch eine berufliche Richtung an: Zu wissen, warum eine Sache funktioniert, führt zur Suche nach der Antwort darauf, was im Falle einer Krankheit „schiefgelaufen“ ist. Deshalb würde Hilbers, wenn er in etwa drei Jahren seine Promotionsarbeit abgeschlossen hat, in die Forschung gehen, gerne bei einem Pharma-Unternehmen.

Und das darf seinen Sitz gerne in Irland haben. Hilbers weiß bereits, dass im Süden der „grünen Insel“ viele solcher Unternehmen ihren Sitz haben. Das Land fasziniert den gebürtigen Kirchdorfer. Zufälle, wie sie das Leben schreibt: Während eines Urlaub mit seiner Freundin traf das Paar im Pub einen netten Iren – auch er Biologe...

Auf welch hohem Niveau Florian Hilbers bereits jetzt arbeitet, schon vor Ende der Promotion, wird deutlich daran, dass er mit einer Veröffentlichung in einer international renommierten Fachzeitschrift aufwarten kann. Das ist eher selten. Genauso wie die Besuche in der Heimat, doch jetzt war es wieder einmal soweit. Der Grund: Die Verleihung eines Förderpreises an seiner ehemaligen Universität in Osnabrück.

Regionale und überregionale Stifter zeichnen hervorragende Examens- und Studienleistungen in unterschiedlichen Disziplinen aus. Florian Hilbers wurde für sein hervorragendes Masterstudium „Biologie der Zellen“ mit einem Preis bedacht, der mit 1000 Euro dotiert ist. Folgt in 20 bis 25 Jahren der Nobelpreis? „Ach, ich glaube nicht“, sagt Hilbers und lacht... Wer weiß?

 

aus der Sulinger Kreiszeitung vom 02.03.2010

Verfasser: Timpke