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Allgemein

Physiker besuchen Deutsches Polarinstitut in Bremerhaven

Am 11.11.2019 haben wir, die Wetter-AG (Georg B., Dennis F., Kilian H., Merlin G. mit Hr. Dr. Oelke) und weitere interessierte Schüler und Schülerinnen (Sophia W., Lena I., Marc S., Sarah S., Gesche S., Tessa H. und Julian K.), die ebenfalls aus den Jahrgängen 8 und 9 sind, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven besucht.

In einem Hörsaal in einem der zahlreichen Nebengebäude des AWI begrüßten uns am Vormittag zwei alte Kollegen von Hr. Dr. Oelke, die uns jeweils einen etwa 45-minütigen Vortrag hielten.

Dr. Christof Lüpkes ist Meteorologe am AWI (für die, die das später mal werden wollen, Mathe und Physik sind wichtig ;-), er erzählte uns interessantes über die Polarmeteorologie. Unter anderem über die beiden Forschungsflugzeuge des AWI, Polar 5 und Polar 6, zwei alte umgebaute Basler BT 67 von 1940 (,,Rosinenbomber“). Leider fiel der geplante Vortrag über Paläo-Klima aus, da der Kollege verhindert war. Deshalb erklärte Herr Lüpkes sein Thema etwas ausführlicher.

Den zweiten Vortrag hielt uns sein Kollege Dr. Wolfgang Dierking. Er ist Fernerkunder beim AWI, hat Geophysik studiert und erklärte uns, was er in seinem Forschungsgebiet Meereis und Ozean so macht. Fernerkunder arbeiten mit Satellitenbildern und –messungen. Dabei hatten wir auch Gelegenheit, viele Fragen zu stellen.

Mittag bekamen wir in der Hochschulmensa. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zur technischen Abteilung. Dort führte uns Matthias Monsees von der Expeditionsvorbereitung der physikalischen Ozeanographie herum. Er zeigte uns Messgeräte und deren Funktion, wie diese eingesetzt und verankert werden. Sie führen Langzeitmessungen in bis zu 6.000 Meter Wassertiefe durch. Damit sie die Geräte mit den Messdaten nach ein bis drei Jahren wieder hoch holen können, sind an ihnen Auftriebskörper befestigt. Die Auftriebskörper bestehen aus einer 15mm dicken Glaskugel mit einem ca. 5mm dicken Kunststoffschutz. Durch einen Defekt der Kugel ist eine mal kaputt gegangen, sie implodierte. Der Druck war so hoch, dass der Kunststoff zerfetzt wurde und das Glas wieder zu Quarzsand zermahlen wurde, es war nur noch ,,Staub“ über. Auf einem anderen schwarzen Messgerät war mit weiß ein Pinguin gemalt worden. Auf die Frage wieso? überlegte er etwas. Die Antwort war dann: ,,Wissenschaftler sind manchmal wie kleine Kinder…“

Danach sind wir endlich zum Hauptgebäude des AWI gekommen. Dort haben wir uns mit Dr. Johannes Freitag getroffen. Er ist Glaziologe (Eisforscher) und auch Schneeexperte. Zuerst zeigte er uns verschiedene tomographische Bilder von Eisbohrkernen am Computer und dann die -15°C kalte Röntgenkammer, in der sie die Eisstruktur der Bohrkerne untersuchen. Dann führte er uns in das -20°C kalte Eislabor und zeigte uns echte Eisbohrkerne aus bis zu 1000 m Tiefe sowie Eis-Dünnschnitte (dünne Eisscheiben, in denen man die Eiskristalle sehen kann). Es war sehr interessant. Zum Schluss sind wir noch im -30°C kalten Eislager gewesen. Wir sind uns einig, dass es uns dort anfangs wärmer vorkam als draußen (+4°C), aber nach einer Weile wurde es dann doch etwas kalt...

Wir haben alle an diesem Tag in Bremerhaven viele neue Eindrücke gewonnen. Es war cool, mal die Chance zu haben, sich ein so großes Institut anzusehen. Alles in allem war es ein sehr schöner Tag, wir haben viel dazu gelernt und es war noch mal was anderes als im Unterricht. Es war detailreicher und ein anderer Ansatz, uns die aktuelle Forschung näher zu bringen. Mit am spannendsten waren die technische Abteilung und das Eislabor.

Text: Gesche S. und Tessa H.

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