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Allgemein

Einblicke in das Seminarfach: Abgabe der Facharbeiten steht unmittelbar bevor

Die Abgabe der Facharbeiten für die Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs steht unmittelbar bevor. Anlass genug, einmal einen Blick auf das Vorgehen in diesem relativ neuen Fach der Oberstufe zu werfen, das methodisch auf die Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens an Hochschulen vorbereiten soll.

Formal werden die Facharbeiten aus den Seminarfächern heraus betreut und machen dort den schriftlichen Teil der Semesternote aus. Das Gymnasium Sulingen koppelt die inhaltliche Ausrichtung der Seminarfächer an die einzelnen Schwerpunkte der Profiloberstufe. Der folgende Überblick vermittelt einen Eindruck über das Arbeiten in den einzelnen Kursen.

Seminarfach Sprachliches Profil

Das Seminarfach Spachliches Profil legt seine Schwerpunkte auf die Erarbeitung und Analyse von Literatur (wie z. B. Kurzgeschichten oder Gedichte) unter thematischen Gesichtspunkten und auf das fachwissenschaftliche Arbeiten. In diesem Zusammenhang lernten die Schüler im ersten Semester den Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit, sowie das korrekte Zitieren und Bibliographieren kennen. Als inhaltlicher Schwerpunkt diente dabei die Literatur von verschiedenen Ureinwohnern dieser Welt. Eine genaue Betrachtung deren gegenwärtiger Probleme stand dabei im Vordergrund. Diese wurden in Referaten vorgestellt und mögliche Lösungsansätze diskutiert. Während des Semesters wurde auch eine Exkursion zur Universität Osnabrück unternommen. Die Schüler erhielten dabei einen Einblick in die Seminare und Vorlesungen vor Ort. Abgerundet wurde der Tag mit einer Bibliotheksführung, sodass die Teilnehmer des Seminarfachs mit verschiedenen Recherchemethoden und den Räumlichkeiten vertraut gemacht wurden.

In diesem Semester sollen die Lernenden nun ihre zuvor erworbenen thematischen und fachwissenschaftlichen Kenntnisse bei der Bearbeitung ihrer Facharbeit anwenden können. Aus diesem Grund wurde eine weitere Exkursion zur Universitätsbibliothek Bremen durchgeführt. Ziel dabei war es, die Schüler ganz gezielt nach fachwissenschaftlicher Literatur suchen zu lassen, um diese in ihre Facharbeiten einfließen zu lassen. (Marc Küpker)

Seminarfach Musisches Profil

Kunst und Musik der 60er-Jahre haben bis heute kaum von ihrem Reiz eingebüßt. Wer diese Zeit erlebt hat, denkt noch an sie zurück, erzählt im Familienkreis von ihr; die Medien thematisieren Flower-Power und 68er-Unruhen; Anklänge an Mode, Kunst und Musik sind im Straßenbild sichtbar. Doch wie waren die 60er-Jahre wirklich? Die Schülerinnen und Schüler der Kunst- und Musikkurse des erhöhten Niveaus wollen sich ein eigenes Bild von der Zeit machen.

Im Rahmen des Seminarfachs erarbeiten sie Zugänge zu den künstlerischen und musischen Strömungen dieser Zeit. In einem ersten Zugriff informierten sie sich über vorherrschende Stile in Musik und Kunst. Im Laufe der weiteren Arbeit erhielten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, sich mit wissenschaftspropädeutischen Arbeitstechniken vertraut zu machen. Dabei wurden Recherchemöglichkeiten ebenso thematisiert wie Lesetechniken zur Verarbeitung von Literatur oder der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit. An ersten Referaten konnte geübt werden, wie aus wissenschaftlichen Texten eigene Vorträge wurden. Übungen zum Zitieren und Bibliografieren wurden in einer ersten kleineren schriftlichen Ausarbeitung erprobt.

In ihren Facharbeiten wurden die von ihnen gewählten Aspekte vertieft. Dabei wurden neben der Auswertung der Literatur auch eigene künstlerische Arbeiten angestrebt, die sich kreativ mit den 60er-Jahren auseinander setzten. (Thomas Kotterba)

Seminarfach gesellschaftswissenschaftliches Profil

Auch in den Fächern Geschichte und Politik werden Facharbeiten geschrieben. „Im ersten Semester haben wir gelernt, wie wir kompetent und damit erfolgreich für eine Facharbeit recherchieren.“ Das war die Frage, mit der die Schüler/innen des Seminarfachs bei Studiendirektor Focke in die Bibliothek der Hochschule Vechta kamen, die wegen Bauarbeiten an diesem Tag ganz allein ihnen offen stand. Frau Hömmen führte die Schüler Schritt für Schritt in die Katalogbenutzung per Computer ein, zeigte ihnen den Umgang mit dem so genannten Freihandbestand und erklärte die Bestellung aus dem Magazin. Die Pause nutzen die Kursteilnehmer zu einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa. Am Ende des Exkursionstages hatten alle den Grundstein für eine Bibliographie zu einem vorgegebenen Thema gelegt.

Zum ersten Projekttag eine Woche nach der Themenausgabe mussten die Literaturliste und die Gliederung einschließlich der beabsichtigten Schwerpunktsetzung vorgelegt und erläutert werden. Bis weit in den Nachmittag hinein sichteten die Schüler die in Sulingen erreichbaren Bücher. „Dank der intensiven Unterstützung durch die von der Stadtbibliothek organisierten Fernleihe können meine Schüler auch Spezialliteratur heranziehen“, freut sich Focke. „Das klappt hervorragend und zeigt, dass wir unseren Kooperationsvertrag mit Leben erfüllen.“ 

Seminarfach naturwissenschaftliches Profil

Die Facharbeiten im Seminarfach des naturwissenschaftlichen Schwerpunkts sollen den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Methoden der jeweiligen Fächer geben und das gesamte Spektrum des Aufgabenfelds C abdecken. Die Themen beziehen sich daher nicht nur auf biologische, chemische und physikalische Aspekte, sondern behandeln auch mathematische Inhalte sowie Probleme aus dem Bereich der Informatik und der Ingenieurwissenschaften. Die gestellten Aufgaben müssen jeweils fächerübergreifend gelöst werden, um dem Anspruch des Seminarfachs zu genügen.

Vier Schülerinnen und Schüler nutzten die Möglichkeit, beim Kooperationspartner ExxonMobil für ihre Facharbeiten zu recherchieren. Sie lernten zum einen die SPS-Programmierung kennen. Mit dieser Plattform werden die Steuerungsprogramme für Industrieanlagen erstellt. Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit dem Lagerstättenwasser und der Analytik der Inhaltsstoffe.

Eine größere Gruppe von Schülerinnen und Schülern fuhr in den Harz. Zwei Schülerinnen berechneten die Statik eines Carports und gewannen so einen Einblick in die Arbeit eines Bauingenieurs. Sechs weitere Schülerinnen und Schüler recherchierten im Rahmen eines Praktikums am Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der TU Clausthal. Sie lernten dort Untersuchungen kennen, die auch die Studenten des Fachbereichs während ihrer Ausbildung durchführen.

Zehn weitere Schülerinnen und Schüler fuhren zum Xlab nach Göttingen, um sich dort mit molekularbiologische Methoden zu beschäftigen. Das gezielte Zerschneiden der DNA an ganz bestimmten Stellen, die Vervielfältigung bestimmter Genabschnitte und die Auftrennung und Identifizierung der einzelnen Bruchstücke sind Techniken, die bei der Herstellung genetischer Fingerabdrücke, bei Vaterschaftstests aber auch im Zusammenhang mit der gentechnischen Herstellung von Medikamenten wie Insulin zum Einsatz kommen. Auch ein Enzym aus dem Alkoholstoffwechsel wurde charakterisiert.

Von den 30 Schülerinnen und Schülern, die zuhause blieben, hatten zehn ein biologisches Thema gewählt. Dankenswerterweise stellte der Fachbereich Biologie der Universität Osnabrück Experimentiersets bereit, sodass auch Themen, die den üblichen Schulrahmen sprengen, vergeben werden konnten.

Die drei Chemiker beschäftigten sich mit der Chemie des Schmerzes. Sie stellen die molekularen Mechanismen zusammen, die zu einer Schmerzempfindung beitragen und charakterisieren die bekannten Schmerzmittel Acetylsalicylsäure und Paracetamol.

In Informatik untersuchen die Schülerinnen und Schüler Bild-Dateiformate, Algorithmen und Codierungen sowie Zertifikate. Die mathematischen Themen drehen sich um die Geometrie von Weinflaschen, um Verschlüsselungs- und Näherungsverfahren. Die Gruppe der Physiker schließlich hat Sensoren und die Elementarladung zu Thema.

 

Verfasser: Timpke