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Verabschiedungen von Dr. Mechthild Baar, Dr. Fritz Hasselhorn und Jürgen Düker in den Ruhestand

Mit Ablauf des Schuljahres verabschiedet das Gymnasium Sulingen Dr. Mechthild Baar, Dr. Fritz Hasselhorn und Jürgen Düker in den Ruhestand. Im Rahmen einer Dienstbesprechung händigte Schulleiterin Dagmar Gerding die Urkunden des Landes Niedersachsens für die künftigen Ruheständler aus. Dem Dank der Schulleiterin schlossen sich auch die Vertreter der jeweiligen Fachschaften und des Kollegiums mit launigen Grußworten an.

Dr. Mechthild Baar verlässt nach 18 Jahren Unterrichtstätigkeit die Schule. Sie studierte die Fächer Latein und Griechisch von 1977 bis 1983 an der Universität Köln. Anschließend war sie bis 1985 als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Altertumskunde in Köln beschäftigt. 1985 bis 1987 folgte das Referendariat am humanistischen Burggymnasium in Essen. Es schloss sich eine Vertretungsstelle als Feuerwehrlehrkraft am Gymnasium in Dorsten bis 1988 an.

Ab 1988 begann Dr. Mechthild Baar an der Universität Vechta/Osnabrück eine Tätigkeit als Lehrkraft für besondere Aufgaben. Bis 2004 hat sie sprachpraktische Veranstaltungen für Studentinnen und Studenten im Lehramtsstudiengang Latein geleitet.

2004 wechselte sie dann als Lateinlehrerin an das Gymnasium Sulingen und hat zusammen mit ihrem Mann Dr. Manfred Baar (seit 2020 im Ruhestand) die Fachschaft Latein über viele Jahre geprägt. Die Promotion schloss sie 2005 mit dem Prädikat „magna cum laude“ ab.

Dagmar Gerding hob die Begeisterung für das Fach Latein bei der künftigen Ruheständlerin hervor: „Du hast im Laufe dieser 18 Jahre vielen Schülerinnen und Schülern versucht, die lateinische Sprache näher zu bringen. Dass du das bis zum Schluss mit ungetrübtem Enthusiasmus gemacht hast, zeigt, wie sehr du diese Sprache liebst. Du hast eindrücklich deutlich gemacht, wie du es geschafft hast, junge Menschen zu motivieren, sich den Herausforderungen dieser Sprache zu stellen“, so die Schulleiterin.

Dr. Fritz Hasselhorn verlässt nach 34 Jahren die Schule. Seine Person wird untrennbar mit der Einführung und Weiterentwicklung des Informatik-Unterrichts am Gymnasium Sulingen verbunden bleiben.

Nach dem Abitur war Dr. Hasselhorn von 1972 bis 1975 zunächst Zeitsoldat im Fernmeldeverbindungsdienst. Bis 1994 ist er der Bundeswehr als Reserveoffizier treu geblieben.

Es folgte das Studium der Mathematik und Geschichte, zunächst ab 1975 in Heidelberg, nach 5 Semestern erfolgte der Wechsel nach Göttingen, wo er 1981 sein Erstes Staatsexamen ablegte. Die Promotion in den Fächern Mittlere und Neuere Geschichte, Pädagogik, Wirtschafts- und Sozialgeschichte schloss er im Oktober 1986 mit dem Prädikat „magna cum laude“ ab.

Nach dem Referendariat in Langenhagen war dann am 1.8.1988 Dienstbeginn am Gymnasium Sulingen. Im Februar 1990 erfolgte die Ernennung zum Studienrat.

Schon zwei Monate später wurde Dr. Hasselhorn zum Fachobmann für das Fach Mathematik gewählt, ein Amt, das er 17 Jahre lang ausübte.

Berufsbegleitend erfolgte die Ausbildung zum Informatiklehrer, sodass er ab 1991 das Fach in der gymnasialen Oberstufe unterrichten durfte. In der Folge war er von 1992 bis 1996 Fachobmann für Neue Technologien am Gymnasium Sulingen.

1993 wurde Dr. Hasselhorn und den Schülerinnen und Schülern seines Leistungskurses Geschichte der Kulturpreis der Stadt Sulingen für die Broschüre „Uns wollte hier ja keiner. - Flüchtlinge und Vertriebene im Landkreis Diepholz“ verliehen. 1997 wurde er schließlich auch noch als Fachobmann für Geschichte gewählt. Diese Beauftragung behielt er bis 2001. Die Ernennung zum Oberstudienrat erfolgte am 1. März 2001.

Das Interesse ging in den folgenden Jahren immer mehr hin zum Fach Informatik. 2007 wurde daher die Widmung des Dienstpostens zum Fachobmann Informatik verändert.

Dr. Fritz Hasselhorn hat die Einführung des Faches Informatik als reguläres Unterrichtsfach seit seinem Eintritt in das Gymnasium Sulingen vorangetrieben. Federführend hat er ein Konzept für den Schwerpunkt Informatik im Wahlpflichtbereich entwickelt, der es ab dem Jahr 2008 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 7 bis 9 ermöglichte, Informatik schon in der Mittelstufe zu erlernen. Damit war er aktuellen Bestrebungen des Landes Niedersachsens, das Fach in der Mittelstufe einzuführen, um Jahre voraus.

Die erste Abiturprüfung im Fach Informatik wurde als mündliche Prüfung schon im Jahr 1993 abgenommen. Im Zentralabitur 2006 gab es am Gymnasium Sulingen die erste schriftliche Abiturprüfung.

Um den Mädchenanteil zu erhöhen, wurde durch seine Initiative im Jahr 2008 ein reiner Mädchenkurs im Schuljahrgang 10 eingeführt. Dieser Kurs wurde zusammen mit Frau Prof. Schreiber von der Hochschule Bremen konzipiert und wissenschaftlich begleitet. Diese Kurse waren immer voll! Dies zeigt, dass Mädchen es durchaus zu schätzen wussten, dass sie teilweise monoedukativ unterrichtet wurden.

Die hohen Anwahlzahlen des Fachs Informatik in der Oberstufe sind besonders auf seinen Einsatz zurückzuführen. Insgesamt wurden am Gymnasium Sulingen von 1993 bis 2022 276 Abiturprüfungen im Fach Informatik abgelegt. Hervorstechend war das Jahr 2016. Zu diesem Zeitpunkt besuchten 60 Schülerinnen und Schüler drei Informatikkurse auf erhöhtem Niveau. Zum Vergleich: In ganz Niedersachsen waren dies 583 Schülerinnen und Schüler, d.h. dass mehr als 10% aller Informatikschülerinnen und –schüler aus Niedersachsen am Gymnasium Sulingen unterrichtet wurden!

Das unter der Federführung von Dr. Hasselhorn entwickelte Konzept des Informatikunterrichts beeinflusste nachweisbar sowohl die Kurswahl von Schülerinnen als auch deren Studienwahl. Der Mädchenanteil in den Informatikkursen auf erhöhtem Niveau lag am Gymnasium Sulingen von 2009 bis 2014 durchschnittlich bei 37,8%, während er im restlichen Niedersachsen nur bei 11,7% lag. Von diesen Schülerinnen haben im Anschluss 58,8% ein Studium aus dem Bereich Informatik begonnen. Damit konnte Dr.Hasselhorn nachweisen, dass durch zeitweise Monoedukation der Mädchenanteil in Informatik nachhaltig erhöht werden kann.

Neben der Schule hat sich Dr. Hasselhorn 10 Jahre (von 1996 bis 2006) im Sulinger Stadtrat engagiert, seit Frühjahr 1996 ist er Mitglied im Kirchenkreisvorstand des Kirchenkreises Grafschaft Diepholz und in der Kirchenkreissynode, seit 2007 sogar in der Landessynode.

Dagmar Gerding hob das vielfältige Engagement hervor: „Jeder dieser Aufgaben hast du dich mit nicht nachlassender Energie gewidmet, und dafür gebührt dir ein großer Dank! Du hast im besten Sinne in deinen 34 Jahren unsere Schule weiterentwickelt.“

Jürgen Düker hat noch ein Jahr länger als Dr. Fritz Hasselhorn das Schulleben am Gymnasium Sulingen geprägt. Er verlässt nach 35 Jahren die Schule.

Nach Abitur 1978 und anschließendem Wehrdienst schloss sich 1979 das Studium der Mathematik und Physik in Hannover an, das er 1985 mit dem Ersten Staatsexamen abschloss. Unmittelbar darauf folgte das Referendariat am Studienseminar Hannover II. Besondere Pointe: Bereits im Referendariat kreuzten sich die Wege mit Dr. Fritz Hasselhorn.

Mit dem bestandenen Zweiten Staatsexamen erfolgte zum Beginn des Schuljahres 1987 der Wechsel an das Gymnasium Sulingen, zunächst noch als Feuerwehrlehrkraft, dann ab dem 28. Februar 1989 als Studienassessor. Die Ernennung zum Studienrat schloss sich fast nahtlos im Mai desselben Jahres an. „Zusammen mit Fritz Hasselhorn hatte unsere Schule damit ein Dream Team, das in Informatik für Furore sorgen sollte“, so Dagmar Gerding in ihrer Ansprache.

Als Fachobmann Informatik (in der Amtszeit vor Dr. Hasselhorn) hat Jürgen Düker die Planung und Realisierung von drei PC-Generationen durchgeführt und die Hardware-Sammlung zum Bau binärer Schaltungen eingeführt. Darüber hinaus hat er das Netzwerk am Gymnasium Sulingen betreut und seit 2000 am Multimediakonzept mitgearbeitet. Dabei war es ihm möglich, mit teilweise gesponserten Mitteln schon 2002 die ersten Notebooks anzuschaffen, die den Schülerinnen und Schülern in den Naturwissenschaften zur Verfügung standen.

Aber auch im Fach Mathematik war er umtriebig: Dass Mathematik nicht trockener Unterrichtsstoff sein muss, zeigte Jürgen Düker seinen Schülerinnen und Schülern, indem er eine Kooperation zu den Geodäten des GLL (Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften) aufgebaut hat und die Schüler*innen aller 10. Klassen unter Verwendung des Sinus- und Kosinussatzes das Schulgelände vermessen ließ.

Der große Einsatz im Bereich der Informatik wurde 2003 mit der Übertragung des Amtes eines Oberstudienrates gewürdigt.

Auf der Solar-Didacta war Jürgen Düker als Referent ein gern gesehener Gast. Eines der Themen war „Alternative Energien im Physikunterricht“, wobei er aus den Erfahrungen des 1997 eingeführten Energieprojekts profitieren konntest. Dieses Projekt lag ihm bis zur diesjährigen Durchführung immer am Herzen.

Am 31.08.2006 wurde Jürgen Düker dann der Dienstposten eines Studiendirektors zur Koordinierung schulfachlicher Aufgaben am Gymnasium Sulingen übertragen, nach Ablauf der Probezeit erfolgte mit Wirkung vom 28. Februar 2007 die Ernennung zum Studiendirektor.

Zu diesem Amt gehört u. a. die Koordination des Aufgabenfeldes C, Führung des Vertretungsplans und Erstellen des Pausenaufsichtsplans, die Organisation der Lehr- und Lernmittelausgabe sowie die Beschaffung von Lehrmitteln, die Vermittlung und Betreuung von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften bei der Teilnahme an Veranstaltungen des Fördervereins MINT-EC, die Betreuung von Wettbewerben, das Erstellen der regelmäßig wiederkehrenden Statistiken sowie die Bearbeitung der statistischen Anfragen, die Koordination von Klassen- und Studienfahrten und die entsprechenden Reisekostenabrechnungen.

Darüber hinaus hat Jürgen Düker viele Jahre die Umsetzung des Datenschutzgesetzes an der Schule überwacht und schulinterne Computer- und Internetnutzungsvereinbarungen erstellt.

Als zuständiger Koordinator für die Einführungsphase hat Jürgen Düker den Jahrgang 11 (während G8 den Jahrgang 10) betreut und den Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern helfen können, wichtige, die Schullaufbahn betreffende Entscheidungen zu treffen.

Dagmar Gerding hob abschließend insbesondere seine menschlichen Eigenschaften hervor: „Lieber Jürgen, du hast in unseren Schulleitungsrunden immer ruhig und sachlich Dinge vorgetragen und es war dir immer ein besonderes Anliegen, mit uns allen zusammen die unter den gegebenen Bedingungen beste Lösung zu erreichen.“