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„Wir haben viele neue Freunde“- Deutsch-französischer Abend stand im Zeichen der 30-jährigen Schul-Partnerschaft

SULINGEN (mks) „Das Gymnasium ist sehr groß und sehr schön, die Gastfamilien sind nett, der Austausch ist gut und interessant. Und wir haben viele neue Freunde“, hieß das Feedback von Charlotte und Matteo (12) an ihre Gastgeber. Mit wenigen Sätzen brachten die Schüler aus Mondoubleau auf den Punkt, was sich die Initiatoren des jährlichen Schul-Austauschprogramms auf die Fahnen geschrieben hatten.

24 französische Schüler im Alter von zwölf bis 15 Jahren und drei Lehrer waren für zehn Tage zu Gast im Sulinger Land. Der gemeinsame deutsch-französische Abend im Stadttheater stand im Zeichen der 30-jährigen Partnerschaft des Gymnasiums mit dem Collège Alphonse Karr. Für Generationen von Schülern sei der Austausch fester Bestandteil des Schullebens, sagte Oberstudiendirektorin Ute Lüßmann bei ihrer Begrüßung von Schülern, Gastfamilien und „Menschen, die für diese Partnerschaft wichtig waren und sind.“

Sie würdigte die Verdienste des damaligen Rektors des Collège Alphonse Karr, Jean Vergès, und der Sulinger Pädagogin Ulrike Wiese, die die Weichen für die Partnerschaft gestellt hatten. Weitere Ehrengäste waren Yves Roig und Nathalie Hubert. Roig, 30 Jahre französischer Chef-Organisator, geht in den Ruhestand, Hubert wird künftig die Grundlagen für die Begegnungen schaffen. Ute Lüßmann dankte außerdem Wilhelm und Ursula Bredemeier für den zuverlässigen Bustransfer sowie ihrem Vorgänger Dr. Dr. Wolfgang Griese, der die Partnerschaft 20 Jahre als Leiter des Gymnasiums begleitet hatte.

Mit Katrin Vondran und Rainer Schünemann meldeten sich zwei Ehemalige zu Wort. Die Teilnahme an dem Austausch vor 28 Jahren habe sich in Studienaufenthalten in Frankreich fortgesetzt und ihre persönliche und berufliche Entwicklung geprägt. Ihr Tipp an die Schüler und Eltern von heute: „Nutzt das Angebot der persönlichen Begegnung.“

Der Abend wurde von Gymnasiasten der Jahrgänge 6 bis 10 mit Instrumental- und Gesangsbeiträgen und einigen Sketschen in französischer Sprache umrahmt. Yves Roig stellte sich zum Abschied einem Interview: Er komme gern nach Sulingen und habe Erinnerungen an „hundert lustige Ereignisse“. Aus seiner eigenen Schulzeit kenne er Deutschland nicht: „Ich wusste noch nicht einmal, wo Deutschland liegt.“ Zum Abschied überreichte ihm Renate Klüver einen Gutschein für eine Reise nach Berlin, ein gemeinsames Geschenk der Schulleitung, der Fachschaft Französisch und des Vereins der Eltern und Freunde des Gymnasiums.

Vieles hat sich verändert in den letzten 30 Jahren – hüben und drüben. Früher sei der Austausch „die erste und einzige Chance“ gewesen, ins Ausland zu reisen, heutzutage hätten die meisten Schüler schon sehr viel gesehen, resümierte Helmuth Wiese. Dass sich immer weniger französische Jugendliche für Deutsch als Fremdsprache entscheiden, sei ein weiteres Problem. Das Austauschprogramm braucht Fürsprecher.

Charlotte und Matteo werden in ihrer französischen Heimat sicher die Werbetrommel rühren. Sie werden von vielen positiven Erfahrungen berichten. Und davon, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen wollen.

Verfasser: Timpke