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Allgemein

Szia ! - Teilnehmer des Ungarn-Austauschs wieder zurück. 22-köpfige Schülergruppe und 2 Lehrkräfte des Gymnasiums Sulingen lebten eine Woche in Gastfamilien rund um Ajka und besuchten Budapest

„Szia“ kann man ungefähr mit „hallo“ übersetzen und wird in Ungarn oft am Anfang und am Ende eines Dialogs verwendet. Ungarisch ist keine indoeuropäische Sprache, trotzdem gab es Kommunikationsprobleme nur in geringem Maße; Deutschstämmigkeit in der Verwandtschaft und die z. T. beachtlichen Sprachkenntnisse der Schüler des Brody Imre Gymnasiums in Ajka führten zu regem Themen- und Erfahrungsaustausch.

An erster Stelle stand die Gastfreundschaft.  In den Familien wurde zu Haus und beim Abschiedstreffen alles Erdenkliche unternommen, um es den jungen deutschen Gästen so angenehm wie möglich zu machen.

Leider brachte  am Montag, dem 4.10. der Bruch eines schlecht gesicherten Damms eines Chemiesees mit Natronlaugenschlamm die Gastgeber in eine von allen nicht gewollte Stresssituation, die aber für die am Austausch Beteiligten zum Glück folgenlos ausging.

Von der tausendjährigen Kultur des Landes erfuhr die Gruppe durch die Teilnahme am ungarischen Deutschunterricht, durch Ausflüge zum Plattensee, in die Porzellanfabrik Herend und besonders in der Hauptstadt Budapest. Handwerkliche Künste gab es in der Glaskristall-Fabrik Ajka zu bestaunen.
Am Dienstag, als sei nichts gewesen, erkletterte die ungarisch-deutsche Gruppe den Drahtseilparcours im Kletterpark Kislöd Reiterspiele bei der mittelalterlichen Burg Sümeg sorgten am Mittwochnachmittag für gute Unterhaltung. In zünftiger Weise wurde dann anschließend in einem benachbarten Gewölbe das Rittermahl eingenommen.

Nach einer Abschiedsparty, der handwerkliche Vorführungen im Heimatmuseum von Magyarpolany vorausgingen, ging es am Freitagmorgen mit dem Bus zur „Königin der Donau“, nach Budapest, wo vormittags zunächst eine Führung durch das „Terrorhaus“ auf dem Programm stand. Geheimdienstliche Foltermethoden aus nationalsozialistischer und kommunistischer Vergangenheit zeigte den Schülern, dass es auch in Ungarn nicht immer zwischenmenschlich friedlich zuging.  Nachmittags kamen in der Matthiaskirche, der Krönungskirche der ungarischen Könige, einige Facetten der ungarischen Geschichte auf die Schüler zu.  Der Blick von der Fischerbastei auf die Pester Seite mit dem imposanten Parlamentsgebäude  und den vielen Donaubrücken rundete den Besuch auf dem Burgberg ab.  Danach hieß es Abschied nehmen von den ungarischen Gastschülern, die wieder zu ihrem rund 150 km entfernten  Heimatort  Ajka zurückfahren mussten.
Das Wochenende vor dem Heimflug wurde zunächst für  die vielfältigen  Einkaufsmöglichkeiten in Budapest genutzt. Nachmittags stand dann eine Schifffahrt auf der Donau vom Künstlerdorf Szentendre zurück nach Budapest auf dem Programm, die mit einem kurzen Blick auf die nächtliche Kettenbrücke ausklang. Das Highlight des Sonntags war ein touristisches Sahnestück: die  mittägliche Führung durch das ungarische Parlament zum Zeitpunkt der Wachablösung an der Stephanskrone. Trotz einer oktoberlichen Außentemperatur von 15°C konnte man  das abschließende Bad im Szechenyi-Thermalbad als „einen Genuss im Sonnenschein“ bezeichnen. Mit einem gemeinsamen Abendessen klang der Ungarnbesuch dann aus.   

Fazit dieses 3. Ungarnbesuchs:

Wie gewohnt ein hohes Maß an Gastfreundschaft und Organisation auf ungarischer Seite – leider getrübt durch die Vorgänge im Zusammenhang mit der Chemiekatastrophe, aber dadurch auch ein Stück Lebenserfahrung. 

 

Jens Schaper

Verfasser: Timpke