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Perspektiven für Stromversorgung der Zukunft - Physiker Dr. Gregor Czisch referierte vor rund 400 Sulinger Gymnasiasten

Sulingen (hb). Über die Perspektiven für eine Stromversorgung alleine aus regenerativen Energien referierte der Physiker Dr. Gregor Czisch am Donnerstag, dem 10. Februar, vor der Oberstufe inklusive Jahrgang 10 des Gymnasiums Sulingen.

Unter dem Titel „100 Prozent regenerative Stromversorgung für Europa und seine Nachbarn“ befasste Czisch sich ausführlich mit der Vision einer Energieproduktion ohne fossile Brennstoffe. Die Vollversorgung aus erneuerbaren Energien sei das Ziel, weil die Stromerzeugung derzeit den größten Anteil am CO2-Ausstoß habe, so Czisch, und als den mit Abstand größten Klimasünder bezeichnete er die Kohlekraftwerke. In den erneuerbaren Energien lägen riesige Potentiale, bei deren Nutzung technologische, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen zu beachten seien. Allerdings gelte es regelnd einzugreifen, um nur unbedenkliche Potentiale zu nutzen und nicht wertvolle Naturschätze zu zerstören.

Detailliert stellte Czisch Möglichkeiten der Stromerzeugung durch Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik vor, ergänzt durch Informationen zur bislang noch nicht verwirklichten Idee der Fallwindkraftwerke. Eingesetzt an jeweils besonders geeigneten Standorten könne mit jeder dieser Möglichkeiten der weltweite Energieverbrauch mehr als gedeckt werden, und mit der Mischung der verschiedenen Quellen gebe es auch eine gesicherte Versorgung zu allen Jahres- und Tageszeiten. Zusätzlich sei die Aufstellung solcher Kraftwerke besonders für Entwicklungsländer interessant, da sie – wie etwa die Sahara-Region für die Nutzung von Sonnenenergie – über hervorragend geeignete Standorte verfügten und damit ihr Bruttosozialprodukt steigern könnten. Mit dem herkömmlichen Drehstromsystem sei es aber nicht möglich, die benötigten Strommengen von den Kraftwerken nach Europa zu leiten. Ein kostengünstige Lösung für das Transportproblem sei aber die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, die beispielsweise in China schon eingesetzt werde.

Im Anschluss an den knapp 90-minütigen Vortrag hatten die Schüler Gelegenheit zur Diskussion mit dem Referenten. Davon sollte rege Gebrauch gemacht werden, hatte Schulleiterin Ute Lüßmann sie eingangs aufgefordert, denn mit Czisch stehe ihnen ein Experte zur Verfügung, der breit Auskunft geben könne zu allen Bereichen der regenerativen Energien.

 

Aus der Sulinger Wochenpost vom 17.02.2011

Verfasser: Timpke