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Tafelkreide ist bedrohte Spezies - Unterricht mit neuen Medien: Knapp 120 Lehrkräfte erkundeten Möglichkeiten

Mit einer Mausbewegung lässt Referent Manfred Garbsch das dreidimensionale Modell des Herz-Kreislauf-Systems des Menschen auf der Projektionsfläche in die gewünschte Position rotieren. Jens Schaper ist beeindruckt, „vor zehn Jahren gab es solche Möglichkeiten höchstens an Universitäten.“ Der Einsatz „didaktischer DVDs“ im Unterricht ist Garbsch’ Thema, und von denen hat er einen ganzen Karton voll mit nach Sulingen gebracht – das Spektrum reicht vom „Ökosystem Wald“ über die Französische Revolution bis zur Höhlenmalerei. Der Workshop ist einer von 17 im Rahmen des zweiten gemeinsamen Fortbildungstages des Gymnasiums Sulingen, der Carl-Prüter-Realschule und der Haupt- und Realschule Wagenfeld. „Gemeinsam in die Zukunft – Unterricht mit neuen Medien“ lautet das Motto, knapp 120 Lehrkräfte aus den drei Schulen erkunden im Gymnasium und in der Realschule die Möglichkeiten. Partner ist das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), das ebenso Referenten stellt wie die Kollegien der beteiligten Schulen – Lehrer, die sich in die neuen Medien, zumeist autodidaktisch, „eingefuchst“ haben.

Im Gymnasium sind bis jetzt acht Unterrichtsräume mit „Smartboards“ ausgestattet – Beamer mit Projektionsflächen, auf denen man Präsentationen und Videos zeigen, Objekte wie auf einem Touchscreen bewegen und mit einer Art elektronischem Stift zeichnen oder schreiben kann. Auch der Umgang mit dieser „interaktiven Tafel“ war ein Workshop-Thema. Sind Tafel und Kreide vom Aussterben bedroht? „Langfristig wird es darauf hinauslaufen“, ist Studiendirektor Jürgen Düker überzeugt. „Tatsächlich ist unser Kreidebedarf bereits deutlich gesunken...“ Im Gegenzug dürfte der Stromverbrauch gestiegen sein, auch durch die Netbooks, die das Gymnasium Schülern zur Verfügung stellt. Doch dafür hat der Einsatz elektronischer Medien im Unterricht eine Reihe von Vorteilen zu bieten.

„Beispielsweise durch internetbasierte Lernplattformen wie „Io-net“, oder „Moodle“, das nutzen wir über einen Server des Landkreises. Das ist sehr bequem: Das vom Lehrer vorbereitete Unterrichtsmaterial haben die Schüler auf ihren Netbooks, so muss man es nicht ausdrucken oder kopieren“, erläutert Düker. „Man kann den Schülern ihre Hausaufgaben oder Tests quasi per E-Mail schicken, bekommt die Arbeiten dann auch auf elektronischem Wege – und schickt sie korrigiert und benotet zurück.“ Unterschiedliche Rechner, ausgestattet mit unterschiedlichen Programmen – das Problem löst der „n-Stick“, ausgestattet mit lizenzfreier Software, „zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, um Präsentationen zu erstellen“, zählt Düker auf.

Könnte man auch Schulbücher in digitaler Form auf einem USB-Stick transportieren? „Dagegen sperren sich noch die Schulbuchverlage, die passende DVD gleich zum Buch dazu ist die Ausnahme“, weiß Jürgen Düker. Also steht der Schulranzen noch nicht auf der Liste der gefährdeten Arten...

 Aus der Sulinger Kreiszeitung vom 10.03.2010

Verfasser: Timpke