Benutzer:

Passwort:

 

Allgemein

Gymnasium Sulingen mit dem Förderpreis „Informatik in Schulen“ ausgezeichnet - Festrede von Dr. Joachim Gauck

„Wir haben die Besten gesucht – und haben sie gefunden“ – unter diesem Motto lud die Stiftung der Metallindustrie im Nordwesten zur Preisverleihung ins Kulturzentrum nach Oldenburg. Gelungene Konzepte für den Umgang mit Informatik an allgemeinbildenden Schulen wurden ausgezeichnet.  Mit dem ersten Preis in Höhe von 10.000 Euro wurde das Gymnasium Sulingen ausgezeichnet.

„Der Wettbewerb soll Aufmerksamkeit für gute Konzepte bei diesem innovativen Bildungsanliegen schaffen“, sagte Prof. Ira Diethelm  vom  Department für Informatik. Eine Jury aus Vertretern der Metall-Stiftung und der Universität Oldenburg hatte die Einsendungen begutachtet und die am besten platzierten Schulen besucht. 

Prof. Appelrath beklagte den Widerspruch zwischen politischen Sonntagsreden  und den schlechten Rahmenbedingungen für das Schulfach Informatik  in Niedersachsen. Seit 2000 sei der Anteil an Schülern in der Kursstufe von zehn auf drei Prozent gesunken. Im Unterschied zu anderen Bundesländern gäbe es keine Stundenansätze in der Mittelstufe. Die Rahmenrichtlinien stammten aus dem Jahr 1993. Dort käme nicht einmal der Begriff Internet vor.

Umso erfreulicher sei es, wenn eine Schule einen Anteil von 25 Prozent Informatik in der Kursstufe erreiche, so leitete Prof. Ira Diethelm ihre Laudatio auf das Gymnasium Sulingen ein. Dazu bedürfe es vieler aufeinander abgestimmter Maßnahmen. Sie hob das innovative Konzept zur Mädchenförderung und die Verankerung des Faches im Wahlpflichtunterricht der Mittelstufe hervor. Das Gymnasium Sulingen dürfe sich zu Recht als Leuchtfeuer der Informatik betrachten.

Schulleiterin Ute Lüssmann betonte, dass das Kollegium es sich zur Aufgabe gemacht habe, durch besondere Anstrengungen die Nachteile der ländlichen Lage für die Schülerinnen und Schüler auszugleichen. So seien in den letzten Jahren zahlreiche fächerübergreifende Projekte entstanden.

Der Fachobmann Informatik, Dr. Fritz Hasselhorn, bedankte sich zunächst bei den Abiturienten des Jahres 2004. In einer Zeit, als an vielen Schulen in Niedersachsen das Fach Informatik der Einführung der Profiloberstufe zu Opfer fiel, hätte das Engagement der Ehemaligen 2006 dazu geführt, das Fach in Sulingen als Abiturfach zu erhalten. Sein zweiter Dank ging an die Elternvertreter im Schulelternrat und in der Gesamtkonferenz, die die Einführung des Wahlpflichtunterrichtes ermöglicht hätten. Den Anstoß für eine besondere Mädchenförderung verdanke die Schule dem Internationalen Frauenstudiengang Informatik an der Hochschule Bremen, der durch Frau Prof. Gerlinde Schreiber vertreten wurde. Abschließend würdigte er die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in den Informatikkursen: „Es gibt kein anderes Schulfach, in dem wir so viel von unseren Schülern lernen wie in Informatik. Unser Fach lebt von ihrem EInsatz, als Tutorinnen, als Programmierer, als Mitglieder unserer Robocup-Mannschaft, in der Betreuung unseres Schülernetzwerkes. Sie sind unsere besten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Sie geben ihre Begeisterung weiter. Sie haben es auch geschafft, die Jury des Wettbewerbs zu überzeugen.“ Mit 25 Abiturprüfungen in Informatik (10,7%) in diesem Frühjahr liege das Gymnasium Sulingen weit über dem Landesdurchschnitt von 1,07% im letzten Jahr.

Der zweite Preis in Höhe von 5.000 Euro ging an die Grundschule Nadorst in Oldenburg, die Informatikinhalte auf kindgerechte Weise an Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse vermittelt.

Als Festredner beglückwünschte Dr. Joachim Gauck die Vertreter der ausgezeichneten Schulen: „Als Menschen, die zu Begeisterung fähig sind und diese Begeisterung an ihre Schüler weitergeben, gehören Sie zu einer nationalen Minderheit. Die meisten Deutschen lieben Verdruß und Angst.“ Gauck warb für bürgerschaftliches Engagement, das die institutionelle Sicherheit ergänzen müsse. Ein Leben mache glücklich, wenn es in Kompetenz und Freiheit zur Verantwortung gelebt werde. Die Teilnehmer des Empfangs dankten ihm mit langem Applaus.

Verfasser: Timpke