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Gymnasium Sulingen jetzt anerkannt als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ - Both: „Titel mit Verpflichtung“

 

SULINGEN (mks) Nicht ohne Stolz verkündete Oberstudiendirektorin Ute Lüßmann gestern Morgen die Anerkennung des Gymnasiums Sulingen als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

„Die Idee stammte aus der Schülerschaft“, erinnerte die Rektorin im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit Vertretern von Lehrern, Schülern, Eltern, Nachbarschulen, der Stadt Sulingen, der Polizei, der „Initiative Sulingen“, des „Weißen Rings“ und des Deutsch-Türkischen Freundeskreises an den Ursprung des Projekts, das unter der Federführung des damaligen Schülersprechers Lars Arendt auf den Weg gebracht worden war. Dankbar sei man für die Unterstützung eines ehemaligen Schülers: Fußball-Profi Jan Rosenthal fungiert als Pate für das Projekt, das die Entwicklung der Schule vom Lern- zum Lebensort positiv begleiten soll. Gern setzte er sich als Person des öffentlichen Lebens für die gute Sache ein, versicherte Rosenthal. Für ihn sei Rassismus nie ein Thema gewesen, zumal Mannschaftssport in besonderem Maße von Teamfähigkeit und gegenseitigem Respekt geprägt sei. Rosenthal nannte Rassismus eine „extreme Form des Mobbing“. Letzteres kenne er als seinerzeit „Kleinster und Schwächster“ seines Jahrgangs aus Erfahrung: Wer sich – aus welchen Gründen auch immer – dem Gruppenzwang entziehe, werde schnell zum Opfer. „Wir danken für die Auszeichnung und wissen um die Verpflichtung, die dieser Titel mit sich bringt“, betonte Schülersprecherin Isabel Both: „Seit der Einführung der Ganztagsschule im August 2008 verbringen wir einen beachtlichen Teil unseres Lebens in der Schule, da nehmen wir gern die Verantwortung an, diesen Ort mitzugestalten.“ Schüler, Lehrer, Schulleitung und Personal hätten mit ihrer Unterschrift die Grundlage für einen respektvollen Umgang miteinander geschaffen.

Das Projekt sei ein Beitrag zu einer „gewaltfreien und demokratischen Gesellschaft“, so Vertrauenslehrerin Regina Bömer. Mit der Selbstverpflichtungserklärung von „mindestens 70 Prozent aller Menschen, die in der Schule lernen und arbeiten“, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung zu wenden, habe das Gymnasium die Anforderungen als „Schule ohne Rassismus“ formal erfüllt. Nun gehe es darum, nachhaltige soziale Projekte und Aktivitäten folgen zu lassen. Mit Anti-Mobbing-Kursen in der Klassenstufe 8 habe man in der Vergangenheit bereits Grundsteine gelegt. Ehrgeiziges Ziel sei eine „mobbingfreie Zone“, in der unterschwelliger Alltagssexismus und – rassismus keine Chance haben.

Die Bundeskoordinatorin Sanem Kleff und MdB Rolf Kramer hatten schriftlich zur Aufnahme in ein engmaschiges Netzwerk gratuliert. Das Gymnasium ist die zweite Schule im Landkreis, die 84. in Niedersachsen und die 533. Schule auf Bundesebene, die als „Schule ohne Rassismus“ ausgezeichnet wurde.

 

Aus der Sulinger Kreiszeitung vom 27.02.2009

Verfasser: Timpke