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Energiegeladene Gespräche - Minister Sander zu Gast

Die Plätze im Stadttheater Sulingen waren fast komplett besetzt: Schülersprecher Fynn Wolken und Mitschüler Marcel Ernst vom Gymnasium Sulingen hatten zu einer Podiumsdiskussion über Energiepolitik in Deutschland eingeladen. Gemeinsam mit ihren Gesprächspartnern aus der Politik – darunter Niedersachsens Minister für Umwelt und Klimaschutz, Hans-Heinrich Sander (FDP) – sprachen sie unter anderem über den Atomausstieg, erneuerbare Energien sowie die Versorgungssicherheit mit Strom.

Nach den Vorkommnissen in Fukushima und den nachfolgenden Debatten in Deutschland stehen etliche Thesen und Fakten rund um die deutsche Energiepolitik im Raum. Fynn Wolken und Marcel Ernst hatten daraufhin die Idee einer Podiumsdiskussion entwickelt. 

Der Einladung folgten neben Minister Sander, der wegen des offiziellen Antrittsbesuchs von Bundespräsident Christian Wulff in Niedersachsen mit 30-minütiger Verspätung auf dem Podium eintraf, die Landtagsabgeordneten Miriam Staudte (Grüne), Axel Miesner (CDU) sowie der ehemalige Bundestagsabgeordnete Rolf Kramer (SPD). „Die Linke“ blieb der Veranstaltung fern – trotz Einladung. 

Schulleiterin Ute Lüßmann übernahm die Anmoderation und stellte die Gäste vor. Anschließend widmete sich Marcel Ernst eines auf Fakten basierten Unterbaus für die anschließende Diskussion. Dabei ging er auf Unfälle und Katastrophen in anderen Atomkraftwerken ein, etwa in den USA, und erinnerte an die deutsche Energiepolitik in den letzten elf Jahren. 

Den Diskussionsteilnehmern räumten die Moderatoren jeweils vier Minuten für ein Anfangsstatement ein. Waren die Herangehensweisen an das Thema auch unterschiedlicher Natur und von einer maßgeblich globalen bis vorwiegend persönlichen Betrachtungsweise geprägt, stimmten doch alle darin überein, dass diese Veranstaltung wichtig sei. Rolf Kramer: „Fukushima hat nichts Neues gebracht, aber der öffentliche Druck ist jetzt ein anderer.“  Im Kern befürworteten sämtliche Teilnehmer einen Ausstieg aus der Atomenergie, Unterschiede ergaben sich in den Vorstellungen für das Danach. Staudte: „Wir könnten Leitungen nach Norwegen legen, um so überschüssigen Strom im jeweils anderen Land zu nutzen.“ Dem widersprach Miesner mit Verweis auf den Kosten-Nutzen-Faktor.  Diesen vermissten die Diskutanten nicht zuletzt bei der Ökostrom-Subvention. So bezweifelte jeder Politiker, dass es im Landkreis Diepholz unbedingt 72 Biogasanlagen geben müsse. 

Zum Schluss einer souverän geführten Podiumsdiskussion, die auf einer sehr sachlichen Ebene geführt wurde, sollten sich die Podiumsgäste zu ihrem persönlichen Beitrag für den Umweltschutz äußern. Die Kontrolle des eigenen Nutzungsverhaltens habe hierbei absolute Priorität.

Aus der Sulinger Kreiszeitung vom 19.05.2011

Verfasser: Timpke