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„Da ist man voll akzeptiert“ - Tammo Märtens elf Monate auf Vermittlung von „Rotary“ in den USA

Langsam, aber sicher, scheint Tammo Märtens wieder in der Region Sulingen angekommen zu sein. Am 19. August vergangenen Jahres hatte sich der 17-jährige Sulinger aufgemacht, um für elf Monate die USA zu erkunden. Das Fazit des Gymnasiasten heute: „Ich würde, wenn ich könnte, sofort zurückfliegen, halte aber auf jeden Fall Kontakt zu den Menschen, die ich in den Staaten kennen gelernt habe.“  Möglich gemacht hatte den (fast) einjährigen Auslandsaufenthalt die Serviceclub-Organisation „Rotary“. Den Kontakt zu „Rotary“ hatte der Sulinger schon 2009 während der Premiere des Musikwettbewerbs „Rosa“ in Bruchhausen-Vilsen geknüpft. „Ich habe in Bruchhausen-Vilsen zwei Argentinier und einen Brasilianer kennen gelernt, die über ‚Rotary‘ nach Deutschland gekommen waren. Da war das Interesse da.“  Märtens nahm Kontakt zu dem Sulinger Claus Wilhelm Vocke auf, der für den Club Diepholz-Vechta den Jugenddienst betreut und schließlich den Gymnasiasten durch das Auswahlverfahren begleitete. Dass er für das Austauschprogramm mit den USA ausgewählt worden war, bezeichnet der 17-Jährige als Glücksfall. „Die Staaten sind sehr beliebt.“ 

Untergebracht war der Gymnasiast während der elf Monate abwechselnd in drei unterschiedlichen Gastfamilien in einem Stadtteil von San José, mit 946 000 Einwohnern nach Los Angeles und San Diego der drittgrößten Stadt im Bundesstaat Kalifornien.  Fasziniert hat Tammo Märtens schon allein das Leben in den Gastfamilien. „Unterschiedlicher hätten sie nicht sein können – die erste war sportbegeistert, die zweite sehr an Kultur interessiert, die dritte am gesellschaftlichen Leben.“ Vielfalt, die half, den Wunsch des 17-Jährigen, Land und Leute bis ins Detail kennen zu lernen, zu erfüllen.  Das Interesse spiegelten die Gastgeber zurück. Märtens: „Alle zwei Wochen habe ich an Veranstaltungen des örtlichen ‚Rotary-Clubs‘ teilgenommen und über mein Zuhause berichtet. Das Interesse an Deutschland ist groß, auch wenn die meisten nur Bayern kennen.“ 

Zur Schule gegangen ist der Sulinger Gymnasiast an der Westmont Highschool, „mit 1500 Schülerinnen und Schülern eine für die USA eher kleine Schule“, sagt er. Dem Unterricht habe er als Deutscher „problemlos“ folgen können. „Wenn man sich ein wenig anstrengt, dann geht das schon.“ Auf sein Hobby, Tammo Märtens spielt seit dem sechsten Lebensjahr Handball, musste er elf Monate lang verzichten. „Handball ist den USA gänzlich unbekannt. Football, Base- und Basketball sowie Eishockey sind angesagt – aber da als Gast in ein Team aufgenommen zu werden, ist schwer. Ich habe mich dann für Leichtathletik entschieden.“  Das Knüpfen von Kontakten zu Gleichaltrigen sei einfach gewesen. „Als Gastschüler ist man voll akzeptiert – zumindest dann, wenn man sich ein wenig Mühe gibt.“  Er könne nur jedem, dem sich die Möglichkeit biete, ein Auslandsjahr in den USA zu absolvieren, empfehlen, die Chance wahrzunehmen. „Ich habe Erfahrungen gesammelt, die mir keiner mehr nehmen kann.“

Aus der Sulinger Kreiszeitung vom 29.08.2011

Verfasser: Timpke