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„Musikalische Verwegenheit“ - Konzert des Gymnasiums trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein Erfolg

Nicht von ungefähr gehört das Konzert des Gymnasiums zum „Pflichtprogramm“ für Angehörige, Mitschüler, Lehrer und viele Ehemalige: Die Veranstaltung ist bekannt für ihr hohes musikalisches Niveau. Und für ein Programm, das traditionell ein breites Spektrum an Musikrichtungen abdeckt. Die musikalische Leitung lag in den Händen der Musikpädagogen Georg Biermann, Dr. Sven Ehlers, Liga Kravale-Michelsohn, Gabi Steinhausen und Marc-Stefan Thews – letzterer war an der Vorbereitung beteiligt, konnte das Konzert aber verletzungsbedingt nur vom Zuschauerrang aus verfolgen. Den Auftakt des Konzerts bestritten Bläser und Streicher des sechsten Jahrgangs. Unter der Leitung von Georg Biermann präsentierten sie einen Begrüßungskanon und die eingängigen Pop-Melodien „Final Countdown“ und „Thriller“, die Marc-Stefan Thews ebenso wie das Repertoire des „großen Orchesters“ der Jahrgänge fünf bis zwölf für die jeweilige Besetzung arrangiert hatte. Das Dirigat der 50 Instrumentalisten übernahm an seiner Stelle Gabi Steinhausen.

Das Konzept „Vielseitigkeit“ zog sich durch das Programm. Rockband, Chor, Tanz-AG, Bigband und Solisten deckten eine erstaunlich große Bandbreite ab – von Robert Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“ (Fausts Tod), die der Chor gesanglich und gestisch eindrucksvoll interpretierte, bis zu einer Hommage an Amy Winehouse, eine im wahrsten Sinne reife Leistung der Rockband „Frontbeat“. Das Publikum genoss das dreistündige Konzert im Spannungsfeld zwischen Klassik und Rock: Auftritte talentierter Solisten, gleichermaßen aber auch beeindruckende Gemeinschaftsleistungen.

Georg Biermann hatte das Publikum im Namen der rund 150 Akteure begrüßt, die ihren Darbietungen auf einer mehrtägigen Musikfreizeit in Hitzacker den letzten Schliff gegeben hatten. „Wir haben uns stark verjüngt“, hieß Biermanns indirekte Warnung vor zu hohen Erwartungen. Man habe mit dem Doppel-Abiturjahrgang 2011 viele vertraute und bewährte Schülerinnen und Schüler „abgeben“ müssen und stehe somit vor einer völlig neuen Situation. Die verkürzte Schulzeit bedeute eine Verdichtung von Lehrstoff, volle Stundenpläne und weniger Zeit für das „Ich“ und das „Wir“.

So manches Musikstück brauche Zeit, sich zu entwickeln und zu reifen – ein hoher Preis in der heutigen „Turbo-Gesellschaft“. Es bedeute viel, dass sich trotz alledem viele Schüler für das Projekt „Schulkonzert“ engagieren. Wer letztendlich auf der Bühne stehe, habe einen langen Weg hinter sich. Das Gros derjenigen, die das Bühnenprogramm gestalteten beziehungsweise als Techniker und Bühnenarbeiter für den reibungslosen Ablauf sorgten, waren Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge sechs bis neun. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen in diesem Jahr gebe es keinen Anlass für Pessimismus. Georg Biermann bescheinigte den Akteuren ein hohes Maß an Selbst- und Fremdvertrauen und konstatierte eine neue Art „musikalischer Verwegenheit“.

Aus der Sulinger Kreiszeitung vom 04.02.2012

Verfasser: Timpke